Ausgabe Dezember 2017

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FEUCHT-FRÖHLICH: UCI MTB DOWNHILL WORLD CUP MONT-SAINTE-ANNE

Wow, was für ein Finale! Sinnflutartige Regengüsse verwandelten beim UCI Downhill World Cup in Mont-Sainte-Anne die Runs der Elite Herren in ein absolutes Glücksspiel – lest bei uns, wie die Würfel fielen.

Mont-Sainte-Anne, du Biest! Lockst deine Gäste im Sonnenschein mit geschwungenen Kurven und einem aufreizenden grünen Kleid an deinen Busen, um sie dann mit einer eiskalten Abfuhr zu strafen. Aber wer kann ihr das schon übel nehmen? So sind Rasseweiber eben und der wunderschöne Berg bei Quebec ist nunmal eine gestandene Dame, die weiß, was sie will. Und ganz offensichtlich hieß das dieses Wochenende: Aprilwetter.

Während beim Finale der Junioren und Damen zumindest noch teilweise die Sonne schien, zogen bei den Herren der Schöpfung die dunkle Regenwolken das volle Register regneten geradezu taktisch ab. Aber eins nach dem anderen. Kommen wir erst einmal zu den Junioren, bei denen Finnley Iles mal wieder dominierte. Er hat den Gesamtsieg seiner Klasse sicher und vor allem verdient: wer die ganze Saison auf einem solch hohen Niveau fährt, gehört an die Spitze. Punkt. 

Konnte MSA bändigen: Tahnee Seagrave.

Die schnellste der Qualifikation, Myriam Nicole, konnte ihre Geschwindigkeit nicht ganz halten und rutschte auf den zweiten Platz. Tahnee Seagrave schienen die paar Tropfen wenig auszumachen und sie hüpfte von Stein zu Stein ins Ziel und sicherte sich dabei die Bestzeit – mit fast fünf Sekunden Vorsprung! Als Dritte kam Tracey Hannah ins Ziel. Rachel Atherton dürfte am Stevie-Smith-Drop einen kurzen Flash-Back erlebt haben, als sie sich mit aller Kraft an ihrem Bike festhielt, um nicht den Abgang zu machen. Schön, dass sie es geschafft hat und gesund und munter auf dem fünften Platz kam. Die Schweizerin Emilie Siegenthaler wurde Vierte. Damit sieht das Gesamtranking der Frauen aus wie folgt:

Der Regen zog etwas an, hielt sich aber voerst noch in Grenzen. Mit Dean Lucas stand erst einmal bei 4:19.484 die Uhr und er durfte es sich auf dem Hotseat bequem machen, wo er sich schon nach kurzer Zeit unter einem Regenschirm verkroch. Denn die Dame aus Quebec hatte wohl genug von den Typen, die ihr den Buckel runter düsten und die himmlischen Schleusen öffneten sich vollständig – plötzlich waren die offenen Kurven im "Freien" das Hauptproblem und die technischen Passagen im Wald fast schon eine Erholung! Es schien eine ganze Zeit lang so, als würde niemand an die Zeit von Lucas heran kommen; auch Top-Fahrer schlitterten fast schon hilflos über die aufgelöste Strecke.

Die Wende brachte Jack Moir, der, trotz Trockenreifen (!), fast auf Schienen zu fahren schien und in den widrigen Bedingungen gerade mal 3 Sekunden auf seinen Teamkollegen verlor – im Gegensatz zu anderen, bei denen der Gap zweistellig war! Das schien den anderen Fahrern Mut gemacht zu haben, denn jetzt ging es Schlag auf Schlag: Troy Brosnan hämmerte mit seinem Canyon noch fixer als Moir die Strecke hinunter und als Danny Hart nach einem unfassbar kontrollierten Run nur vier Hunderstel nach Lucas ins Ziel schoss, war klar, dass da doch noch was ging! Der Regen schwächte etwas ab, sodass die Fahrer keine Kiemen mehr zum Atmen brauchten und sich die Sichtverhältnisse etwas entspannten.

Genau sein Ding: Danny Hart im strömenden Regen mit einem genialen Lauf.

Mit dem Start von Greg Minnaar waren große Hoffnungen auf einen seiner präzisen Läufe verbunden, die jedoch schon in der oberen Streckensektion zunichte gemacht wurden: er stürzte und scheint nicht an der Stelle wieder in die Strecke eingestiegen zu sein, an der er sie verließ – letztlich wurde er disqualifiziert und schaute in die Kamera, als wollte er dafür jemanden im Schlamm verscharren. Auch Bruni konnte nicht ganz so perfekt fahren, wie es bei diesen Bedingungen nötig gewesen wäre. Aber immerhin schaffte er es auf den vierten Platz und konnte somit, im Gegensatz zu Minnaar, wichtige Punkte für das Gesamtstanding sammeln. Jetzt blickten alle auf Aaron Gwin, der in MSA schon 2015 gezeigt hatte, wie man gewinnt. Aber die Zeit von Lucas war keine üble und die Streckenverhältnisse desaströs. 

Doch irgendwie schaffte Gwin es, durch die schmierigen oberen Streckenabschnitte nicht nur gut durchzukommen, sondern sogar Zeit gut zu machen! Als er in die unteren Waldstücke eintauchte, hatte er ganze zwei Sekunden gut – und hackte sie fast komplett in den Boden, als er in einem Steinfeld hängen blieb und seinen ganzen Schwung verlor. Man, was ein Horror! Aber es wäre ja nicht der Gwinner, wenn er das Ding nicht noch einmal drehen könnte – letztlisch rauschte der Amerikaner mit einer sagenhaften Sekunde Vorsprung ins Ziel und gewann somit den UCI MTB Downhill World Cup in Mont-Sainte-Anne!

Das bisschen Regen stört doch den Gwinner nicht!

Das Gesamtstanding ist eine ganz schön knappe Kiste, Minnaar und Gwin trennen nur noch wenige Punkte – um ihn zu überholen, müsste Gwin bei gleichem Stand 41. in Val die Sole werden. Man darf also gespannt werden, welche Auswirkungen MSA auf die nur noch kurze Saison haben wird! Eins ist klar: in Val di Sole, dem Sonnental, sollte es erfahrungsgemäß keine solchen Wetterkapriolen geben wie in Kanada! 

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