Ausgabe November 2017 – 20 Jahre!

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TEST: PULSE CYCLES RS 1

Das Pulse ist schon eine ziemliche Spaßmaschine!

Seit man alles per Internet bestellen kann, von Batterien über Bücher bis hin zu Lebensmitteln, sind auch einige Bike-Versender aus dem Boden geschossen, also Hersteller, die den Händler vor Ort nicht brauchen, weil sie ihre gesamte Dienstleistung online und per Versand abwickeln. Einer der neueren Mitglieder dieser Riege ist Pulse aus Bulgarien, die mit ihrem RS 1 ein Enduro auf die Räder gestellt haben, das den Ansprüchen ambitionierter Mountainbiker genügen soll – und das zu einem Kampfpreis von 2.500 Euro. Wir haben dem blauen Bike mal genauer auf den Zahn gefühlt.

ALLGEMEIN

Der Markt der Versender ist inzwischen so groß wie unübersichtlich. Aus allen Ecken und Enden sprießen Firmen hervor, die das attraktive Geschäftsmodell für sich entdeckt und ein Stück vom Kuchen haben wollen, der vom Postboten gebracht wird – ihr wisst, was wir meinen. Das Interessante für uns Sportler ist dabei, dass man anständige Bikes zu einem wirklich attraktiven Preis bekommt, denn die Versender packen die Ersparnis, die sie durch Auslassung der Händlerkette machen, meist in höherwertige Parts, als sie ein klassischer Hersteller bei einem Bike vergleichbaren Preises anbieten könnte. So auch Pulse, ein neues Pflänzchen auf dem Versender-Feld. Die Bulgaren haben mehrere Bikes im Programm, darunter auch das von uns getestete RS 1, ein zahlenmäßig sehr ambitioniertes Enduro-Bike. Wir wollten einfach mal wissen, wie sich so ein günstiges Bike fährt und ob beziehungsweise wie man damit arbeiten kann. Denn wie wir wissen, bedeutet günstig leider nicht immer gut.

DIE PARTS


Wie schon beschrieben, ist mit der größte Vorteil der Versender die Fülle an hochwertigen Parts, die verbaut werden. Auch am Pulse RS 1 finden sich mit RockShox Lyrik RC und Monarch Plus, SRAM X1 1x11 Antrieb, SRAM Guide R Bremse und der bewährten RockShox Reverb Stealth Parts, die wir sonst eher an Bikes sehen würden, die ein deutlich größeres Loch in unsere Finanzen reißen würden! Besonders über die immer gern gesehene RockShox Reverb Stealth freuen wir uns, denn das Bike wird als Enduro verkauft und muss somit auch voll tourentauglich sein – trotz seiner 170 mm Federweg. Das RS 1 steht auf WTB Laufrädern mit Pulse-Naben. Die Felgen mit 25 mm Innenbreite haben wir nicht ganz verstanden, da breitere Felgen durchaus gängig sind und den Laufrädern etwas mehr Stabilität verliehen hätten. Apropos Stabilität: Das Cockpit stammt ebenfalls von Pulse, und während der Vorbau eine gute Figur machte, schaffte es der 780 mm breite Lenker irgendwie unter Tom weg zu biegen – nicht wirklich dramatisch, und Ersatz kam ohne Widerrede. Wir hoffen einfach mal auf ein Montagsprodukt, so etwas kommt vor.

UNSER TESTEINDRUCK


Setzt man sich auf das Pulse RS 1, fühlt man sich eigentlich direkt gut aufgehoben. Der Lenkwinkel von 65° sorgt für eine stabile Front, 430 mm Reach für ein aufgeräumtes Platzgefühl. Was ziemlich schnell auffällt, ist der wirklich gut funktionierende Hinterbau: Er nutzt seine 170 mm Federweg komplett aus und brachte uns auch im Bikepark eine Menge Spaß! Auf dem Trail stellte sich das Pulse auch durchaus gut an. Wurde es ruppiger, wurden Hinterbau und Laufräder etwas schwammig, hier könnten breitere Felgen vermutlich schon Abhilfe schaffen. Kleiner Dämpfer: Die Reifenfreiheit am Hinterbau des RS 1 ist mit den Maxxis in 27,5“x2,4 voll ausgeschöpft – durch das zuvor beschriebene Flexen kommt es deshalb zu Berührungen mit dem Hinterbau und Lackabrieb. Eine Nachzentrierung brachte hier Abhilfe. In der Luft liegt das Pulse stabil und ist noch wendig genug, um damit Faxen zu machen. Alles in allem macht das Rad echt einen Heidenspaß, und man vergisst überraschend schnell, dass auf dem Preisschild lediglich rund 2.500 Euro stehen.

FAZIT


Das Pulse RS 1 ist nicht perfekt. Der Montagslenker war ein echter Stimmungsdämpfer, und die Berührung von Hinterrad und Schwinge machten das nicht viel besser -auch wenn solche Dinge genauso bei teureren Bikes vorkommen können. Und eigentlich, eigentlich macht das RS1 richtig Laune! Es fühlt sich sowohl im Bikepark als auch auf Trails wohl, geht, auch dank des guten RockShox Fahrwerks und der gewohnt präzise schaltenden SRAM X1, zügig bergauf und bergab und ist ein angenehmer Begleiter auf entspannten Touren. Ein XC-Star wird es nicht werden, und ob man damit Rennen fährt, sei mal in den Raum gestellt. Aber wer ein günstiges Enduro sucht, mit dem er eine Menge Spaß haben kann, ist bei dem Pulse RS 1 definitiv richtig. Und falls doch mal etwas schief gehen sollte: Pulse gibt auf seine Rahmen drei Jahre Garantie und auf den Rest der Parts immerhin zwei. Bis dahin sollten sich mögliche Schwächen gezeigt haben.

Mehr Information bekommt ihr unter: http://www.pulse-cycles.com/en/bikes/

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