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GETESTET: LAPIERRE´S SPICY 2016

Wenn einer der erfolgreichsten Mountainbiker überhaupt sich daranmacht, ein gut funktionierendes Bike wie das „Spicy“ von Lapierre weiter zu verbessern, dann darf man einiges erwarten. Das Ergebnis ist das brandneue „Spicy Team“, das uns kein Geringerer als Nicolas Vouilloz höchstpersönlich im Rahmen der World Enduro Series in Finale Ligure vorstellte. Standesgemäß bot das Rennen zudem optimale Testbedingungen für unseren „Speed Check“...

Artikel aus MTB Rider Magazine 11/2015
Text, Fotos & Video: Martin Donat

Geile Location für ein geiles Bike!

„Flacher, länger, tiefer“ – so könnte man mit drei Worten die wichtigsten Neuerungen des „Spicy“ umreißen. In Wirklichkeit reichen drei Worte jedoch kaum aus, denn der komplett neue Rahmen bekam so viel neue Details spendiert, dass man schon etwas weiter ausholen muss. Zunächst einmal bekam das Bike mehr Federweg spendiert: 15 Millimeter mehr am Heck, wo nun 165 Millimeter die Unebenheiten des Terrains begradigen sollen. Passend dazu gibt’s vorn eine „Pike“ von Rock Shox mit 160 Millimetern Hub. Das Grundprinzip des Viergelenkers wurde beibehalten, jedoch wurde die Kinematik ein wenig verändert, sodass das „Spicy“ nun mit etwas mehr Sag gefahren wer-den kann, dennoch am Ende schön progressiv wird. Die Geometrie wurde Nicos Wünschen entsprechend deutlich aggressiver ausgelegt. „Viel Druck aufs Vorderrad“, lautet die Devise. Ein steilerer Sitzwinkel, ein um 16 Millimeter verlängerter Reach (bei Größe M) und ein mit 65° flacherer Lenkwinkel sollen dazu beitragen. Die etwas bucklige Form des Oberrohrs schafft Platz für große Dämpfer. So ist es künftig zum Beispiel problemlos möglich, einen Rock-Shox-„Vivid Air“-Downhill-Dämpfer einzusetzen. Gleich-zeitig wird mehr Platz für eine größere Trinkflasche geboten, die unter dem Dämpfer platziert wird, sofern man nicht das E:i Shock System nutzt, denn dann ist der Platz für den System-Akku reserviert. Zuletzt seien noch schöne Details wie eine vereinfachte interne Zugführung oder die stark vergrößerte Reifenfreiheit im Rahmenheck erwähnt. 

Diese kleine Schaltbox passt das Dämpfersetup automatisch dem Untergrund an

Trotz all der Neuerungen muss ich sagen: Es ist immer noch ein „Spicy“. Ich fahre den Vorgänger seit rund zwei Jahren, kenne ihn daher sehr gut. Auf dem 2016er-Modell fühle ich mich sofort „heimisch“, trotzdem sind die Veränderungen natürlich spürbar. Schon beim Setup fällt mir auf, dass ich dank eines kürzeren Sitzrohrs nun endlich die 150-Millimeter-„Reverb“-Sattelstütze voll ausfahren kann, ein großes Plus. Die Federung fühlt sich spürbar sensibler an, ansonsten gibt es dank hochwertiger Ausstattung erst mal nichts zu meckern. „Guide“-Bremsen, griffige Michelin-Reifen, eine „XX1“-Schaltung – das ergibt alles Sinn. 6.999 Euro für das Komplett-Bike sind aber auch kein -Pappenstiel. 

Kann man ein Enduro Bike viel besser testen, als auf einem Stopp der Enduro World Series?

Ich bin sehr gespannt darauf, wie das E:i Shock funktioniert. Während der ersten Stage des EWS-Rennens bekomme ich direkt eine eindrucksvolle Demonstration geliefert. Die Stage ist nämlich unglaublich tretlastig und übersät mit kindskopfgroßen Felsbrocken. Ein guter Test für das E:i-Shock-System. Sobald man in die Pedale tritt, wird der Dämpfer elektronisch in die straffe Pedalier-Abstimmung „abgeriegelt“. Trotzdem „merkt“ das Bike sofort, wenn sich ein unerwarteter Schlag aufs Hinterrad anbahnt. Sobald ein Sensor in der Gabel einen größeren Schlag registriert, öffnet der Dämpfer im Bruchteil einer Sekunde und stellt den gesamten, soften Federweg zur Verfügung. Sobald man nicht mehr in die Pedale tritt, öffnet das E:i Shock die Dämpferabstimmung und man nutzt den gesamten Komfort des „Downhill-Modus“. Im Grunde macht das System also all das, was man bei modernen Enduro-Federelementen sonst manuell einstellen kann, nur eben viel schneller und zuverlässiger. Und das ist der große Vorteil des E:i Shock: Das System regelt permanent die Dämpferabstimmung, ohne dass man auch nur einen Gedanken daran verschwenden müsste. 

Das Spicy nach getaner Arbeit

Abgesehen davon punktet das „Spicy“ vor allem auf den Abfahrten: Der Hinterbau ist supersensibel, spricht auf feinste Unebenheiten an, ohne dabei aber auch nur einmal durchzuschlagen, was mich auf den teilweise echt harten Downhill-Passagen der Stages 3 und 4 echt wundert. Der Grip ist bemerkenswert, die Reserven sind mehr als ausreichend. Im sehr anspruchsvollen Gelände von Finale Ligure punkten auch die griffigen Michelin-Reifen. Auf den heimischen Trails wären sie etwas zu viel des Guten, hier hingegen machen sie eine gute Figur. 

Fazit:

Das vollständige Redesign des Rahmens hat sich gelohnt. Das „Spicy“ kommt 2016 aggressiver und effizienter als bisher daher, ohne jedoch die guten Eigenschaften seines Vorgängers zu verwerfen. Es ist ein schönes, aufgeräumtes und schnelles Enduro-(Race-)Bike, das auch für die härtere Gangart à la Finale Ligure bestens gerüstet ist.

Alle technischen Daten zum neuen „Spicy“ findet ihr in  unserem Product Guide!

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