iXS European Downhill Cup #3: Recap!

Erstmalig gastierte am zurückliegenden Wochenende der iXS European Downhill Cup im italienischen Abetone. 270 Fahrer aus 29 Nationen haben die Reise auf sich genommen. Als Sieger verewigten sich Bryn Dickerson und Monika Hrastnik.

Momentan geht es Schlag auf Schlag im iXS Cup. Nachdem vor zwei Wochen der zweite Lauf des iXS European Downhill Cups im slowenischen Kranjska Gora stattfand und am letzten Wochenende das Rennen in Klinovec in der Tschechischen Republik auf dem Programm stand, ging es nun mit dem Europacup weiter. Austragungsort des dritten Laufs war diesmal Abetone in Italien. Der Ort in der Toskana stand in diesem Jahr erstmalig im iXS Kalender. Jedoch konnte sich Abetone in der italienischen Szene schon einen guten Ruf erarbeiten und somit war es an der Zeit, nach einigen erfolgreichen Veranstaltungen, einen Schritt weiter zu gehen. Schon lange sollte die Europaserie wieder ein Rennen auf italienischem Boden ausrichten, allerdings gestaltete sich, nach dem Ausscheiden von Pila, die Suche etwas schwierig.

Die Strecke

Die Anreise war für viele der Teilnehmer wohl eine der längsten der Saison, aber jeder wurde für diesen Aufwand ausreichend entschädigt. Wer italienische iXS Rennen in der Vergangenheit besucht hat, weiß, dass diese immer etwas Besonderes sind, sei es in Val di Sole oder Pila und eben auch jetzt in Abetone. Die Strecken gehören immer zu den anspruchsvollsten und auch längsten. Die Absicherung ist immer beispielhaft und man merkt sofort, dass viel Wert auf das äußere Erscheinungsbild gelegt wird. Der Kurs wurde für das iXS Cup Debüt extra modifiziert und heraus kam eine Strecke, die extrem vielfältig war. Die Länge wurde mit 2500 Metern angegeben, wobei 450 Meter Höhenunterschied zu Buche schlugen. Der obere Abschnitt war über flacheres alpines Gelände gelegt, jedoch gespickt mit Off-Camper-Kurven und Sprüngen.

Hier hieß es Schwung behalten und ab und zu auch mal eine Pedalumdrehung dazugeben. Anschließend viel die Strecke ab, wobei einige schön gebaute Anliegerkurven den Speed hochhielten, bevor es dann ungefähr ab der Mitte in den Wald ging. Hier warteten Wurzeln sowie immer wieder Steine und Felsen, gewürzt mit dem einen oder anderen Sprung. Nach über fünf Minuten kam dann auch mal das Ziel in Sicht und hinter den Fahrern lag die wohl kräftezehrendste Strecke des Jahres.

Freitag

Los ging es am Freitag für die 270 Fahrer aus 29 Nationen mit dem Track Walk, bei dem diesmal alle die Strecke zum ersten Mal sahen und somit volle Konzentration gefragt war. Anschließend standen, wie üblich beim Europacup, sechs Stunden freies Training auf dem Programm. Es galt allerdings aufgrund der Streckenlänge und somit der höheren körperlichen Belastung nicht zu viele Fahrten zu absolvieren, auch wenn der Spaßfaktor sicherlich extrem hoch war. Die Wetterverhältnisse waren wie schon in Kranjska Gora sommerlich perfekt und somit waren am Abend die Weichen gestellt für zwei weitere spannende Renntage mit italienischem Flair.

Qualifikation

Samstagmorgen ging es dann wieder bei optimalen Verhältnissen weiter, die Fahrer hatten noch bis nach dem Mittag Zeit, ihre nun ausgesuchten Linien zu festigen, um dann in der Qualifikation um die Startaufstellung und wichtige Punkte für die Gesamtwertung zu fahren. In der Elite Men Klasse ging es zusätzlich noch um den Einzug ins Super Finale. Unter den dort startenden 30 Besten des Samstags wurde dann am Sonntag der Sieg ausgefahren. Schnellster des Tages war Bryn Dickerson (NZL - FS Funn Factory Team) mit 4:52.534 Minuten. In der Elite Women Klasse konnte sich Monika Hrastnik (SLO - Blackthorn) mit 5:32.046 Minuten den letzten Startplatz am Sonntag sichern.

Finals

Der Sonntag bot dann wieder genau das Wetter, welches man erwartet, wenn man im Juli ein Rennen in der Toskana macht. Sommerliche Bedingungen, strahlend blauer Himmel und dazu noch eine entspannte Atmosphäre ließen einen perfekten Renntag erwarten. Bis zum Mittag war noch einmal eine Trainingssession angesetzt, bevor es dann mit den Finalläufen ernst wurde.

Pro Master, U17 male und 19 female

Die erste Klasse waren die Masters und hier konnte sich am Samstag schon ein Fahrer besonders in Szene setzen. Benjamin Herold (GER - Giant Germany Off-Road Team) war in den letzten Jahren eher ein seltener Gast im Europacup. Wahrscheinlich konnte er sich jedoch den italienischen Stopp nicht verkneifen, denn beim letzten Gastspiel des iXS Cups in Pila stand er ganz oben auf dem Podest. Diesmal legte er also bereits am Samstag die Bestzeit vor und ließ am Sonntag nichts anbrennen. Erneut war er das Maß aller Dinge und dominierte mit über vier Sekunden Vorsprung seine Klasse.

Auf dem zweiten Rang konnte sich Rowan Sorrell (GBR - Bikepark Wales) platzieren, Dritter wurde Fabian Buschor (SUI - RSF). Danach war die U17 Klasse an der Reihe und dort konnte ein Fahrer auf sich aufmerksam machen, der aus der Nachwuchsklasse des Portugal Cups kommt. Erstmalig im European Cup war Goncalo Bandeira (POR - Miranda Factory Team) in Maribor am Start, wobei er dort das Podest nur ganz knapp verpasste. Diesmal jedoch schien alles zu passen und somit konnte er zum Schluss den Platz als Sieger verlassen.

Damit verwies er den Serienführenden Antoine Rogge (FRA - Us Cagnes) auf den zweiten Platz, womit dieser jedoch seinen ärgsten Konkurrenten Blake Ross (NZL - Hibike-Gravity) in Schach halten konnte. Die weibliche U19 Kategorie konnte von Lauryne Gozzi (FRA - Us Cagnes VTT) gewonnen werden.

Elite Women

In der mit etwa 20 Teilnehmerinnen stark besetzten Klasse Elite Women deutete sich bereits am Samstag ein spannendes Rennen an, denn Monika Hrsatnik und Eleonora Farina (ITA - GB Rifar Mondraker) waren zwar die Favoriten, aber mit Nina Hoffmann (GER - Santa Cruz Bicycles) bekamen die beiden eine neue Konkurrentin. Bereits in Kranjska Gora konnte sich die ehemalige Leichtathletin schon über den zweiten Platz freuen und somit war sie sicherlich eher im Angriffsmodus. An der Zwischenzeit lagen alle drei innerhalb zwei Zehntelsekunden. Als Erste fuhr die Italienerin ins Ziel, mit knapp zehn Sekunden Vorsprung vor der bisher Führenden Sandra Rübesam (GER - Nukeproof).

Danach kam Hoffmann und unterbot um mehr als drei Sekunden. Jetzt war die amtierende Europameisterin und Gewinnerin vom vorhergehenden Lauf in Slowenien an der Reihe. Und tatsächlich, die Uhr blieb für sie bei 5:30.643 Minuten stehen und somit konnte sie einen Vorsprung von etwas mehr als einer Sekunde verbuchen. Damit gewann Hrastnik erneut und baute ihre Führung in der Serienwertung weiter aus.

Pro U19 male

Die Klasse U19 male startet immer vor dem Super Final der Elite Men, denn für das Ergebnis für die Vergabe der Weltranglistenpunkte wird das Resultat mit den Männern zusammengezogen, was bedeutet, dass es neben dem begehrten Tagessieg auch die Chance auf die Qualifikation zum Weltcup geht. Seit Kranjska Gora gilt es das Augenmerk in dieser Klasse immer etwas auf Tristan Botteram (NED - Bombshell) zu richten, denn dort legte er im Seeding Run eine Zeit vor, die sogar schneller als die der Elte Men war.

Diesmal jedoch konnte er nicht bei der Vergabe der Podestplätze mitreden, denn leider hatte er einen platten Reifen im Rennen zu verbuchen, was ihm am Ende auch die Gesamtwertungsführung kostete. Nutznießer und glücklicher Gewinner war Elia Sauer (SUI - Hot-Trail Racing), der neben dem Tagessieg auch die Serienwertung für sich entscheiden konnte. Zweiter wurde Zak Gomilscek (SLO - Sinter Brakes Team), gefolgt von Stefano Introzzi (ITA - Scout/Nukeproof).

Super Final Elite Men

Das Super Final war wieder einmal an Spannung kaum zu überbieten. Der erste Fahrer, der die Fünf-Minuten-Marke knacken konnte war Adam Rojcek (SVK - CTM Racing Team), wobei er nur ganz kurz auf dem Red Bull Hot Seat Platznehmen konnte. Der zwei Fahrer später gestartete Luka Berginc (SLO - KK Crn Trn / Blackthorn) unterbot erneut um 6 Zehntel und machte es sich als aktuell Schnellster erstmal auf dem Hot Seat bequem. Bei den vier nach ihm gestarteten Fahrern verriet schon die Zwischenzeit, dass sie ihm nicht gefährlich werden konnten, doch dann kam Ondrej Stepanek (CZE - CTM Racing team) mit fast zwei Sekunden Vorsprung an der Splittime vorbei. Im Ziel allerdings reichte es nicht und er reihte sich erstmal als Vierter ein. Doch dann war es Joshua Barth (GER - Carbocage Factory), der Gewinner von Kranjska Gora, der den Hot Seat Platz für sich beanspruchte und das, als nur noch drei Fahrer ausstanden.

Der Nächste war Davide Palazzari (ITA - Scout/Nukeproof), der es aber versemmelte. Anschließend sprintete Harry Molloy (GBR - FS Funn Factory Racing) über die Ziellinie und zwar mit drei Sekunden Vorsprung. Wow. Als dann aber Bryn Dickerson um die letzte Kurve bog, sah das geschulte Auge schon, dass es auch bei ihm reichen würde. Erneut offenbarte die Anzeigetafel 3 Sekunden Vorsprung und es leuchtete eine Zeit von 4:50.048 Minuten auf. Damit gewann der Neuseeländer vor seinem britischen Teamkollegen Molloy und der neuen deutschen Hoffnung Joshua Barth. Der Deutsche kann damit die Führung in der Gesamtwertung verteidigen, aber Dickerson ist ihm dicht auf den Fersen.

Fazit und Ausblick

Es war definitiv ein gelungenes Debüt, was die Organisatoren von Abetone da abgeliefert haben. Es hat sich wieder gezeigt, dass italienische Rennen etwas Besonderes sind und dass die Strecken dort einfach nur perfekt sind. Schon jetzt steht fest, die Serie kehrt im kommenden Jahr zurück und hoffentlich zukünftig als regelmäßiger Bestandteil des iXS Cups. Weiter geht es bereits in drei Wochen im tschechischen Spicak.

Den Bericht findet Ihr auch auf der iXS Downhill Cup Website! 

Gepostet am 02.07.2018 von MRM |

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