Rennbericht: iXS GDC #2 im Bikepark Brandnertal

Knapp 400 Fahrer aus 16 Nationen traten beim zweiten Lauf zum iXS German Downhill Cup an, der am Ende von Bryn Dickerson und Kim Schwemmer gewonnen wurde. Die gleichzeitig ausgetragene Österreichische Staatsmeisterschaft gewannen Simone Wechselberger und Fabio Wibmer.

Der Bikepark Brandnertal ist eine Reise wert! Das wissen nicht nur die Rookies, die bereits im letzten Jahr einen Stopp im Bikepark des österreichischen Vorarlberg einlegten - scheinbar hat es den Jungs vom iXS Cup Organisator Racement hier so gut gefallen, dass der Bikepark in diesem Jahr als Auslands-Stopp zum German Downhillcup auserkoren wurde. Völlig zurecht: neben der anspruchsvollen Rennstrecke bietet der mit viel Herzblut gestaltete Bikepark jede Menge Strecken, die es sich auch fernab des Renngeschehens zu fahren lohnt. Apropos Racetrack: dieser ist auch im normalen Bikepark Betrieb mehr oder weniger unverändert befahrbar und bietet somit anspruchsvolles Trainingsgelände. Der zwei Kilometer lange Kurs mit etwa 300 Metern Höhenunterschied beinhaltet viele Sprünge, Wurzelpassagen, Steilstücke und eine fein gebaute, bikeparktypische Jumpline und hat somit all das, was eine würdige Strecke benötigt. Allein die Höhendifferenz ist für ein Rennen des German Cups doch eher im höheren Bereich und somit war der einzige Stopp außerhalb Deutschlands eine Bereicherung für die Serie. Der Anspruch des Rennens wurde, wie schon bei fast allen zurückliegenden Veranstaltungen dieser Saison, durch die Wetterbedingungen erhöht. Bei strahlendem Sonnenschein begann am Freitag das Training, jedoch sollten wechselnde Verhältnisse noch eine größere Rolle am bevorstehenden Wochenende spielen. 

Am Freitag war es noch schön am Berg des Bikeparks - tolles Panorama inklusive. Malte Stöhr nutzt es für stylish-schnelle Trainingsruns
Man konnte fast schon von Hitze reden - jedenfalls sorgte die aufgestellte Dusche für eine willkommene Abkühlung bei den Fahrern
Die Jumpline am Ende der Rennstrecke bot viel Airtime für stylishe Whips - das freute auch Young Gun Rider Felix Krüger, der bei den U17 Junioren am Ende dritter wurde

Neben dem Rennenn zum deutschen Cup wurde am Samstag auch die Österreichische Staatsmeisterschaft ausgetragen. Zur Ermittlung des Titels wurde der Seeding Run genutzt, um allerdings eine bessere Vergleichbarkeit der Resultate zu gewährleisten, starteten alle österreichischen Fahrer am Ende in einem Block, so zumindest die graue Theorie. Das fand Petrus aber zu langweilig und so haute er gegen Ende des Rennens eine ordentliche Ladung Starkregen raus, sehr zum Verdruss der letzten österreichischen Fahrer, darunter jede Menge Favouriten auf den Meisterschafts-Titel: Markus Pekoll (MS Mondraker), David Trummer (RRP), Boris Tetzlaff (Sports Nut) oder Manuel Gruber (RRP), sie alle hatten einfach mal massives Pech, denn unter diesen Bedingungen hatten sie keine Chance mehr gehen Fabio Wibmer, der zwar eine echt gute Zeit fuhr, dem aber definitiv auch das Wetter in die Karten spielte. Dennoch: Glückwunsch an Fabio, dem neuen österreichischen Meister 2016! In der Klasse der Elite Women sicherte sich Simone Wechselberger (Radstudio Innsbruck) das Meistertrikot. Schnellste und somit Seeding Run Beste war Kim Schwemmer (GER - Herobikes), die sich damit den letzten Startplatz ihrer Klasse am Sonntag sicherte. Bei den Herren war Fabio Wibmer nicht nur schnellster Österreicher, sondern auch schnellster des Seedingruns - viele der deutschen Favouriten blieben noch hinter ihren Erwartungen zurück: schnellster Deutscher wurde mit Rang 5 Janik Rebmann (Bikepark Albstadt), Joshua Barth wurde sechster, darüber hinaus schafften es nur noch Benny Strasser (Radon, Platz 8) und Felix Heine (InFocus, Platz 9) unter die Top 10. Bei den Masters sah es aus deutscher Sicht schon etwas erfreulicher aus: Hinter dem Österreichter Benedikt Purner platzierten sich Andreas Krieger (Propain) und Nino Antic (Giant).

Fabio Wibmer - neuer Österreichischer Meister 2016
Im Laufe des Seesing Runs wurde das Wetter immer unfreundlicher. Gino Schlifske (Flatout Suspension) hingegen konnte sich noch über Sonnenschein und ein schönes Foto freuen ;)

Der Sonntag startete nass und auch neblig. Die Strecke wurde dadurch klebrig und teilweise unberechenbar. Das Ergebnis: 97 Fahrer, die ein „DNS“ auf der Ergebnisliste zu verzeichnen hatten. „DNF“ war ebenfalls sehr populär. Kein Wunder: Wenn es einem nicht gelang, einen fehlerfreien Lauf mit idiotensicheren Linien abzuliefern, war die Wahrscheinlichkeit durchaus hoch, eine ausgiebige Bodenprobe zu nehmen. Auch wenn sich die Verhältnisse bis zum Beginn des Finallaufs etwas besserten, kann von einem Abtrocknen der Strecke keine Rede sein und insbesondere die Wurzelabschnitte, garniert mit zementartig klebriger Matschepampe luden zum gepflegten Wegrutschen ein. Nachdem über die Mittagszeit die Fahrer der Open Kategorien an der Reihe waren, gingen dann als erste lizenzierte Klasse die Pro Masters Fahrer an den Start. Gewinnen konnte diese Klasse Seedingrun-Erster Benedikt Purner (AUT - Syntace/Liteville), den man eigentlich eher aus dem Endurosegment kennt. Der Innsbrucker verwies damit Nico Hunger (GER - Ruegger Bike-Sport) und Benjamin Herold (GER - Giant Germany Off-Road Team) auf die nachfolgenden Plätze. Teamkollege Nino Antic saß derweil leider schon mit dicker Wade in seinem Auto in Richtung Heimat - er folgte unfreiwillig dem „DNS“-Trend des Sonntags.

Ein Run am Sonntag und man sah so aus...
Die Putzteufel Max und Gino
Nebelfahrt in Richtung Start
Bei den Open Men war man schon gut dabei, wenn man die direkte Anfahrt in Richtung Stepup sauber traf - Max Schuska gelang das, Platz 13 am Ende für ihn

Die nachfolgende Klasse der U17 Fahrer gewann Marcel Merkeli (GER - Solid National Team), der in diesem Jahr bereits durch zwei Siege im Europacup in Kranjska Gora und Willingen auf sich aufmerksam machen konnte. Auf den zweiten Platz konnte Mika Hopp (GER - Race and Style Woinem) fahren, der damit ein weiteres Mal seine Qualität unter Beweis stellen konnte. Dritter wurde Felix Krüger (GER - MRC Young Guns), der es damit auch in dieser Saison endlich wieder aufs Podest schaffte.

Und auch in der U19 Klasse setzte sich am Ende ein Deutscher durch, obwohl es nach dem Seeding Run Ergebnis mit dem besten Deutschen auf Platz 6 gar nicht so aussah. Florian Werres (GER - IK-Pivot Cycles Germany) sicherte sich die Bestzeit vor Dario Lantschner (AUT - SportOkay.com Racing) und Andrea Persterer (AUT - Solid National Racing). 

Die Klasse Elite Women war am Ende nur noch sehr gering besetzt. Die Bestzeit sicherte sich erneut Kim Schwemmer und verwies Nina Hoffmann (GER - ERTS Racing Team) und Lea Rutz (SUI - iXS Gravity Union) auf die nachfolgenden Plätze. 

Andreas Krieger konnte seinen Erfolg vom Vortag nicht wiederholen und wurde am Ende 8ter bei den Masters
Markus Bast wurde am Ender 6ter bei den Masters

In der Elite Men Klasse legte als erster Fahrer Bryn Dickerson (NZL) eine ernstzunehmende Zeit vor. Mit über zehn Sekunden Vorsprung und einer Zeit von 3:17.821 Minuten nahm der weitgereiste und trotzdem fast schon Stammgast des iXS Cups im Red Bull Hot Seat platz. Etwa 50 Fahrer fehlten aber noch im Ziel und somit schien diese Zeit wohl nicht das einzig Mögliche zu sein. Trotzdem dauerte es eine ganze Weile, bis seiner Zeit dann wenigstens ein paar Fahrer sehr nahe kamen. Als erstes schrammte Silas Grandy (GER - Fun & Bike) mit über 3 Sekunden Rückstand vorbei, dann war es James Maltman (AUS) mit einer ähnlichen Zeit. Danach kam Timo Pries (GER - Herobike MG Sports) schon auf 2,8 Sekunden ran. Zu diesem Zeitpunkt waren unter den Top 10 vier neuseeländische und ein australischer Fahrer. Dann war es Janik Rebmann (GER - Team Bikepark Albstadt), der sich zwischen Maltman und Pries schob. Anschließend waren es nur noch drei Fahrer, die etwas an der Podestverteilung ändern konnten. Tom Bersselaar (NED - IK-Pivot Cycles Germany), Basil Weber (SUI - Team Project) und Fabio Wibmer. Basil Weber hatte Probleme auf der Strecke und rangierte sich im Mittelfeld ein. Der Niederländer blieb längere Zeit überfällig und konnte somit auch nicht mehr eingreifen. Also war es nur noch der frisch gebackene Österreichische Meister, der aber seinen Erfolg vom Vortag nicht wiederholen konnte und sich mit einem 28. Platz zufrieden geben musste. Unglaublich aber wahr, Bryn Dickerson gewann das Rennen, gefolgt von Timo Pries und Janik Rebmann! 

Die vollständigen Ergebnisse könnt ihr unten downloaden! Nächster Stopp des GDC ist Tabarz am 15. Juli 2016, wo gleichzeitig die Deutsche Meisterschaft ausgetragen wird.

Schlammschlacht
Die Holzbrücke am Ende des Tracks hatte zum Glück trotz Regen optimalen Grip
Stepup zu Beginn der Strecke
Das gar nicht mal so kleine Roadgap
Jasper Jauch erwischte scheinbar auch eine glatte Wurzel - mit Platz 30 blieb er am Ende deutlich hinter seinen Möglichkeiten zurück...

Gepostet am 26.06.2016 von Thomas |

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