27.05.2016 - 29.05.2016
IXS EUROPEAN DOWNHILL CUP #2, WILLINGEN

Ein iXS European Downhill Cup Lauf in Deutschland? Yeah! Auf der ehemaligen Worldcup Strecke in Willingen könnt ihr internationales Downhill-Renn-Flair erleben!

Ein Rennen Ein iXS European Downhill Cup Lauf in Deutschland? Yeah! Auf der ehemaligen Worldcup Strecke in Willingen könnt ihr internationales Downhill-Renn-Flair erleben!

Streckenlänge: 1650 m

Höhenmeter: 290 m

Unser Chefredakteur Martin Donat war im letzten Jahr beim iXS Cup in Willingen, hier ist sein Rennbericht:

Die einen fahren gerne Enduro, andere Rennrad, wieder andere gehen am Wochenende lieber nur Party machen und dann gibt es da noch die Downhillracer, die am Wochenende Rennen fahren. In Willingen trafen zum iXS German Downhillcup all diese verschiedenen Wochenendkulturen aufeinander.

von Martin Donat

Was passiert, wenn der Familienausflug zum Bike-Festival mit anschließender Genussliftfahrt, die Sauftour zu „Siggis Hütte“ oben auf dem Ettelsberg und die Trainingszeit der Downhiller aufeinandertreffen, kann man sich denken: Kulturschock auf allen Ebenen und die Notwendigkeit einer gewissen Toleranz und Geduld waren auf jeden Fall Tugenden, die nicht schaden konnten, wenn man als Teilnehmer des GDC in Willingen vor allem eines wollte: jede Menge Spaß beim Downhill-Fahren! 

Diesen konnte man zweifelsohne haben. Denn als Gegenpol zu diesem etwas spezielleren Festival der Kulturen gab es eine schnelle, flüssige Strecke und perfektes Sommerwetter obendrauf. Die ehemalige World-Cup-Strecke präsentierte sich ähnlich wie im letzten Jahr im Vergleich zum ursprünglichen Verlauf entschärft, dennoch aber abwechslungsreich und durchaus anspruchsvoll, sodass vom Hobbyfahrer bis zum Profi jeder auf seine Kosten kam. Apropos: Einige der Top-Profis standen nicht auf der Startliste, da ja zeitgleich World Cup in Leogang war, trotzdem war mit Fahrern wie Joshua Barth, Rick Balbierer, Dave Goris, Fabian Heim, Stefan Kudella, Max Kruse oder Andi Sieber ein hochkarätiges Fahrerfeld am Start, Spannung war also vorprogrammiert.

Zieleinlauf

Am Samstag in der Quali kam noch ein ganz anderer Faktor hinzu: Wind. Dieser wehte so stark, dass ausgerechnet der Zielsprung zu einer unangenehmen Falle wurde. Den ein oder anderen Fahrer erwischte eine Windbö so heftig, dass es zu diversen Stürzen und einem regen Hubschrauberverkehr im Zielbereich kam. Trotz Warnung der Offiziellen am Start ließen es sich einige Fahrer nicht nehmen, das Risiko am Zielsprung einzugehen, und so entschied sich die Renn-Orga, nachdem die ersten Open-Klassen ihren Seeding Run beendet hatten, das Ziel vorzuverlegen und den gefährlichen Sprung rauszunehmen. Eine weise Entscheidung, denn danach konnte das Rennen ohne größere Zwischenfälle beendet werden. 

Bereits im Seeding Run markierten die schnellen Jungs ihr Revier. Allen voran war Rick Balbierer bei den Elite Men mit seiner Zeit von 2:04,090 Minuten klar schnellster Mann auf der Strecke und fuhr zudem die Bestzeit des Wochenendes gefolgt von Favorit Andreas Sieber und Fabian Heim. Erwähnenswert wären da noch die vielversprechenden Zeiten der U19- und U17-Junioren: Mit einer 2:09 hätte sich Tim Schlüßler von den U19-Junioren ebenso wie Max Hartenstern von den U17-Fahrern mit 2:08 eine Top-Ten-Platzierung bei den Herren eingefahren.

Camping im Sauerland könnte so schön ruhig und idyllisch sein...;)

In der Nacht zum Sonntag machten es sich ein paar betrunkene Techno-Jünger direkt neben dem Fahrerlager bequem, sodass Sonntag früh um kurz vor sieben einige Downhill-Fahrer immer noch ein Wummern im Ohr hatten und etwas gerädert aus der Wäsche schauten. Kein Akt jedenfalls, der dem kulturellen Austausch zwischen Partyvolk und Downhill-Fahrern im positiven Sinne zuträglich gewesen wäre. Trotzdem schafften es anscheinend alle, rechtzeitig zum Training wach zu sein, und wenn man beim Wechseln der Bekleidung auch brav daran dachte, das Liftticket aus der Hosentasche mitzunehmen, konnte es alsbald losgehen. 

Der letzte Sprung wurde vorsichtshalber direkt aus dem Rennen genommen, die Zeiten der Elite-Fahrer würden also direkt mit denen vom Vortag vergleichbar sein. Da es zwar nachts vielerorts, nicht aber in Willingen geregnet hatte, zeigte sich die Strecke nach wie vor staubig und sauschnell. Perfektes Rennwetter den ganzen Tag über – das hat wohl jeder Teilnehmer genossen! Aufgrund einer TV-Aufnahme vom Rennen starteten die Elite-Fahrer zuerst, erst dann die Open-Klassen. Der Spannung tat es kaum einen Abbruch und auch die Zuschauer hielten trotzdem bis zum Ende durch, sodass auch die Open-Fahrer gebührend angefeuert wurden. Am Ende konnte Rick Balbierer seine Hammer-Zeit vom Vortag nicht ganz wiederholen: Andi Sieber hatte heute mit 2:05,199 Minuten die Nase vorn, Rick lag aber dicht hinter ihm auf Platz zwei. Dritter wurde Dave Goris. 

Es war ein richtig tolles Rennwochenende und eine schöne Gelegenheit, unseren Sport der Außenwelt zu präsentieren!

Ruhrpott-Jung Joshua Fassbender auf dem Weg ins Ziel

Info: http://www.ixsdownhillcup.com/de/Rennen/2016/EDC/Willingen

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