Ausgabe März 2017

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Schaut in unserem neuen Heft hinter die Kulissen!

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VIDEO UND STORY: ZU BESUCH BEI MONDRAKER UND SPORTCHECK LA FENASOSA

Voll-Carbon, 27,5" und die neueste Generation Federelemente: Unser neuestes Dauertest-Bike hat alles, was zurzeit im Downhill-Bereich up to date ist. Ab jetzt wird ihm im harten DH-Race-Einsatz ordentlich auf den Zahn gefühlt. Doch zuvor wollen wir euch dieses edle Geschoss einmal etwas genauer vorstellen.

(Bilder & Fotos von Martin Donat aus MTB Rider Magazine Ausgabe 06/2015 und 07/2015)

Bike-Abholung mal anders...
Normalerweise werden uns Bikes direkt in die Redaktion geschickt, in einer großen Box: auspacken, draufsetzen, fertig. Bei diesem Dauertest-Bike wollten wir es einmal anders machen. Bereits Monate vorher haben wir uns die Specs für dieses Bike überlegt und mit viel Liebe zum Detail Farben abgestimmt, über optimale Funk­tion nachgedacht, Laufräder selber aufgebaut und so weiter. Da erschien uns so ein anonymer Pappkarton irgendwie nicht standesgemäß. Ein der­art schönes Bike hat es verdient, persönlich ab­ge­holt zu werden – im Mondraker Headquarter in der Näge von Alicante! Angenehmer Nebeneffekt: Etwa eine Stunde entfernt von der Company liegt der Bikepark La Fenasosa, der neben einem ein­zig­artigen Ambiente jede Menge ruppiger Downhill-Tracks und somit das perfekte Areal für die Jungfernfahrt des Mondraker „Summum Carbon Team Pro“ bietet. Die Parts wurden bereits zwei Wochen vorher zu Mondraker versendet und dank günstiger Flugverbindung war auch un­se­re Anreise schnell und günstig erledigt. Eine Test-Bike-Abholung der angenehmsten Art...


Der Aufbau
Da lagen sie nun, all die feinen Parts für das Downhill-Bike, das in der vor uns liegenden Saison ordentlich ran­ge­nommen werden soll. Im Gegensatz zum Serien-Bike gibt’s ein komplettes Rock-Shox-Fahrwerk und schicke Carbon-Laufräder von Zelvy, außerdem Bremsen von Sram statt Formula und anstelle des haus­eige­nen 30-Millimeter-Vorbaus von OnOff entschieden wir uns für den etwas längeren „Integra Stem“ von Ren­thal, der mit 45 Millimetern immer noch kurz ge­nug ist, um nicht den eigentlichen Sinn der Forward-Geo­met­rie des Rahmens zu verhunzen. Zuallererst mussten die Leitungen und Züge durch den Rahmen verlegt werden. Das war selbst für den er­fah­renen Mondraker Mechaniker ein kleines Ge­dulds­spiel, dafür war danach alles ordentlich. Im glei­chen Zu­ge kann man die Bremsleitung kürzen, das Ent­lüf­ten der Leitung blieb uns leider nicht erspart. Der restliche Auf­bau verlief unspektakulär, (fast) alles pass­te auf Anhieb. Etwas erstaunt waren die Jungs von Mon­dra­ker, dass wir keine Kettenführung dabeihatten. Die Sram-„Xo DH“-Gruppe ist aber darauf ausgelegt, ohne solche be­nutzt zu werden, und genau das werden wir mal intensiv ausprobieren. Kleinere Schwierig­keiten gab es bei der Montage der Dämpfers: Das Luft­ventil kollidierte mit dem Rahmen, darum musste die Hauptkammer inklusive Ventil gedreht werden. Kein Problem, wenn man weiß, wie es geht! Zudem muss man für den Dämpferwechsel im­mer die gesamte Um­lenkung lösen, weil keine norma­len Dämpferhülsen zum Einsatz kommen, die plan auf­lie­gen, sondern koni­sche Hülsen, die die Steifigkeit erhö­hen sollen, aber sozusagen in die Umlenkung ein­ge­lassen werden. Ein biss­chen fummelig, aber am Ende passte alles. Das Ergebnis ist absolut sexy und mit 15,09 Kilo in etwa so schwer wie das Serienmodell, nur dass wir richtige Down­hill-Drahtreifen verbaut und inklusive Pedale gewogen haben.

Der erste Eindruck
Es bestätigte sich der erste Eindruck, den wir bereits bei der „Summum Carbon“-Präsentation Ende des letzten Jahres hatten: Dieses Bike sorgt für „Draufsetzen und sich wohl fühlen“-Feeling! Die Geometrie (wir begannen mit 0°-Lenkwinkel-Schale und kurzer Kettenstrebe) ist absolut ausgewogen, das Bike klebt nahezu am Boden, ohne auch nur im Ansatz das Gefühl zu vermitteln, man würde Energie verschwenden. Es springt gut und lässt sich auch gut um enge Kurven zirkeln. Der Luftdämpfer macht einen super Eindruck; allerdings ist es sehr wichtig, dass man den passenden Luftdruck ein­stellt, was ein paar Abfahrten gedauert hat. Dafür ist man mit Luftdämpfer aber maximal flexibel und kann das Bike sehr easy wechselnden Streckenbedingun­gen anpassen. Die Laufräder fühlen sich top an. Die anfängliche Sorge, dass die 35 Millimeter breiten Carbon-Felgen even­tu­ell etwas zu steif sein könnten, ist schnell verflogen: Das Bike fährt sich äußerst präzise, aber angenehm komfortabel. Sehr gut gefallen hat uns der von Haus aus angebrachte Kratz-/Steinschlagschutz am Hinterbau. Den hatten wir nämlich vergessen und waren sehr erleichtert, als wir feststellen durften, dass er bereits se­rienmäßig angebracht ist. Einziges echtes Manko sind die Ver­schraubungen des Hin­ter­baus, die sich nach zwei Abfahr­ten bereits komplett ge­löst haben. Hier muss man zwingend mit Schraubensicherung arbeiten. Außerdem nervt es etwas, dass die Schrauben teil­weise sehr schwer erreichbar sind. Die Dämpferaufnahme nutzt so schma­le Muttern, dass sie kein herkömmlicher Ringschlüssel zu greifen bekommt – mal sehen, ob wir eine passende Nuss dafür finden.
Abgesehen von diesen Details war die Jungfernfahrt im Bikepark La Fenasosa ein voller Erfolg: Die angenehme Geometrie und das potente Fahrwerk machen Lust auf mehr! Am Wochenende darauf habe ich auf dem NRW Gravity Cup in Olpe direkt Platz drei eingefahren und ich werde das ­Mon­draker auch für die weiteren Races des Cups sowie den iXS Downhill Cup nutzen. Außerdem sind verschiedene Fahrwerks- und Set-up-Tests mit dem „Summum“ geplant. Mal sehen, ob es sich auch weiterhin so gut schlägt!


Spot Check - La Fenasosa

Wenn man das Wort „Bikepark“ hört, hat man in der Regel direkt eine gewisse Vorstellung von dem, was einen erwartet: Verschiedene Strecken, gebaute Table-Lines, eine Bike-station, ein Lift und jede Menge anderer Mountainbiker, die am Wochenende die Tracks des Parks bevölkern. La Fenasosa ist auch ein Bikepark, Dennoch ist hier im ­Süden Spaniens etwa eine Stunde landeinwärts von der an der Costa Blanca gelegenen Hafenstadt Alicante alles ein bisschen anders…


Anreise
Warum um alles in der Welt sollte man eigentlich knapp 2.000 Kilometer in Kauf nehmen, um in einem Bikepark Rad fahren zu gehen? Okay, berechtigte Frage. Hier ein paar Argumente: La Fenasosa hat bis auf August (weil es da zu heiß ist) das ganze Jahr über geöffnet. Vor allem in den Wintermonaten lockt in der Regel stabiles Wetter bei angenehmen Temperaturen. Dank guter Flugverbindungen, die zudem noch günstig sind, ist der Park gut erreichbar und ein Trip dorthin lohnt sich schon für ein verlängertes Wochenende. Von Alicante aus fährt man mit dem Mietwagen in etwa einer Stunde vorbei an Oli­ven­bäu­men und Weinbergen landeinwärts, bis man ir­gend­wann über einen engen Schotterweg auf das Privatge­län­de des Parks gelangt. Allein schon die Anfahrt ist ein Erlebnis. Sobald man auf das Head­quarter des Parks zufährt, ein altes Gutshaus, befindet man sich in der ganz eigenen Welt von La Fenasosa. Und das ist längst nicht alles...


Ambiente
Der Bikepark wird von Cheffe Jean Philippe betrieben. Der ist ehemaliger Moto-GP-Fahrer aus Belgien, wanderte irgendwann nach Spanien aus und betreibt nun seit ein paar Jahren auf seinem Privatgrundstück gemeinsam mit seiner Family den Bikepark. Jean Philippe hat das Renn-Gen im Blut – genau wie seine Söhne, die selber Downhill-Rennen fahren und für Stre­ckenbau und Shuttle-Fahrten verantwortlich sind. Apropos: Geshuttlet wird in alten Militär-Trucks, ein ganz speziel­les Shuttle-Vergnügen, das unvergesslich ist. Neben dem reinen Bike­park-Betrieb kann man in La Fenasosa auch wohnen. Das alte Schloss bietet rustikales Ambiente ohne eine richtige Heizung (die man in der Regel eh nicht braucht) und über Nacht auch ohne Strom (was eigentlich auch nicht nötig ist) – man kann sich also ganz aufs Radfahren besinnen! Und die kulina­rischen Köstlichkeiten genießen, die Philippe auf den Tisch zau­bert: Von selbst gesammelten Pilzen über eine riesige ­Paella-Pfanne bis zum rustikalen BBQ ist alles drin und alles köst­lich! Selbst hergestellter Wein rundet das familiäre Wohlfühl-Ambiente ab. Kurzum: Wer sich hier nicht wohlfühlt, macht irgendetwas falsch!

Strecken
Trotz all des schönen Drumherums fährt man ja haupt­säch­­lich wegen der Strecken in einen Bikepark. Keine Panik, auch davon hat der Park jede Menge zu bieten. Es gibt zehn Downhill-Abfahrten, eine interessante North Shore Line, eine Art 4Cross, Dirt-Lines von klein bis riesig inklusive Foam­pit und eine Cross-Country-/Enduro-Runde. Da wir mit den DH-Bikes angereist sind, probieren wir auch nur die abfahrtslastigen Tracks aus. Und die sind vor allem eines: schnell und ruppig! Das unterscheidet sie markant von allem, was man von zu Hause kennt. Vor allem die beiden schwarzen Tracks machen einen Heidenspaß und sind garniert mit verschiedenen großen Sprüngen. So hat man durchaus anspruchsvolle Herausforderungen zu meistern. Auch richtig cool sind die ziemlich große Downhill-Jump-Line sowie der 4Cross, der sich auf flowigen Sprüngen in Rich­tung Shuttle-Sammelpunkt schlängelt und auch mit dem Downhiller mächtig Spaß macht. Nach jeder Abfahrt wartet eines der Highlights auf uns: die Shuttle-Fahrt auf dem Trailer hinter einem der belgischen Militär-Trucks – Aben­teuer-Feeling pur! Wer abends noch nicht genug hat, kann sich auf der Dirt-Line direkt neben dem Schloss noch aus­powern. Die große Line ist wirklich beeindruckend und nur für Jungs mit guten Dirt-Skills zu empfehlen. Verschiedene kleine Lines bieten aber Dirt-Spaß für jedermann.
Völlig erschöpft kann man sich nach dem Biken auf das grandiose Abendessen freuen, das Jean Philippe mit Sicherheit wieder auf den Tisch zaubert! Übrigens: La Fenasosa veranstaltet jedes Jahr eine kleine Downhill-Serie inklusive Gesamtwertung – warum denn nicht mal in Spanien racen?

Infos zum Bikepark: www.lafenasosa.com







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