Volle Power oder Watt?

SRAM hat kürzlich das neue SRAM XX1 Powermeter vorgestellt.  Powermeter messen unter anderem permanent die getretene Wattzahl und senden diese an einen Fahrradcomputer oder eine App. Die neue Kurbel integriert die Technik der bewährten Quarq Powermeter optisch wie technisch optimal in die Kurbelgarnitur der XX1 Gruppe. Was das Teil kann und wer so etwas eigentlich braucht, will ich dir im Folgenden erklären!



Ein paar Fakten…

Bevor es los geht, das Wichtigste in aller Kürze.

Das SRAM XX1 Powermeter misst nicht nur die getretene Wattzahl, über einen Beschleunigungssensor teilt es dir auch mit, welche Trittfrequenz du fährst, so dass du dir die Montage eines weiteren Magneten sparen kannst, für den Fall, dass du auch deine Trittfrequenz überwachen willst. Die Wattzahl wird mittels Dehnmessstreifen ermittelt, diese Daten werden per ANT+ auf den Bikecomputer oder eine App gesendet. Das Teil ist Wasserdicht und die integrierte Batterie schafft etwa 300 Stunden Fahrzeit. Die Kurbel ist in allen gängigen Spezifikationen zu haben, wie die normale XX1 Kurbel auch. Das Powermeter kostet 1325 Euro, dafür bekommst du die Kurbelgarnitur ohne Kettenblatt.

Unter dem „Q“ verbirgt sich die Batterie, die man aber nur ca. alle 300 Fahrstunden wechseln muss

Per „ANT+“ sendet die Kurbel deine Wattzahl in die Welt

So sieht der Quarq-Spider aus...

Ist das nicht voll schwer?

Nicht wirklich. Ich hab das mal für dich gewogen…

Quarq Kurbelgarnitur mit 32Z Kettenblatt: 697 g

XX1 Kurbel mit 34Z Kettenblatt: 570 g.

Ein Unterschied, mit dem man leben kann, wenn man jetzt kein total extremer Weight-Weenie ist ;)


Wofür brauche ich denn eigentlich so ein Powermeter?

Gute Frage! Um das herauszufinden habe ich mal einen einfachen Test entwickelt. Kreuze an, welcher Typ Fahrer du bist und schon bekommst du deine Antwort!

(Für größere Ansicht einfach anklicken! Funktioniert übrigens bei den anderen Pics auch;)

Ein Powermeter soll für effektives Training sehr viel Sinn machen, da es eine unbestechliche, objektive und dadurch vergleichbare Kennzahl deiner Leistung liefert. Egal wie matschig der Untergrund ist oder wieviel Gegenwind du hast, die Leistung, die du trittst wird unabhängig davon angezeigt. Und dieser Wert ist immer ganz objektiv, unabhängig davon, wie du dich fühlst. Die Herzfrequenz ist da viel sensibler und gibt nicht immer wirklich wieder, wie sehr du dich gerade anstrengst. Außerdem reagiert die Herzfrequenz relativ langsam. Bei kurzen Sprints ist das z.b. etwas unpraktisch. In Kombination mit einem Herzfrequenz Gurt lässt sich mit so einem Teil noch mehr aus dem Training herausholen. Für mich klingt das gut, denn die Zeit auf dem Bike ist wertvoll und warum soll ich sie nicht so sinnvoll wie möglich nutzen? Beim Downhill Knattern ist mir das ehrlichgesagt egal... da bin ich eher mal gespannt darauf, verschiedene Sachen auszuprobieren und z.B. der Frage nachzugehen, bei welcher Trittfrequenz ich am schnellsten aus den Puschen komme. Ich hab jedenfalls Bock drauf, damit herumzuspielen;)

Wie funktioniert denn so ein Powermeter?

Du bist immer noch dabei? Dann hast du wohl Antwort 2 oder 3 angekreuzt, das freut mich! So ein Powermeter funktioniert „eigentlich ganz einfach“. In dem „Spider“, der das Kettenblatt aufnimmt, befinden sich „Dehnmessstreifen“. Diese Teile reagieren extrem empfindlich auf Verwindung jeder Art und registrieren selbst kleinste Verformungen. Wenn du nun also in die Pedale trittst, verwindet sich deine Kurbel. Je nach getretener Power mehr oder weniger stark. Du merkst davon nix, die DMS messen das aber sehr genau und senden den Wert in die Welt. Das machen sie mittels „ANT+“. „ANT+“ ist sozusagen das Bluetooth der Radfahrer: fast alle Bikecomputer arbeiten mit diesem Funksignal-Standard. Dein aktuelles Garmin Gerät wird z.B. vermutlich in der Lage sein, die Power-Daten zu empfangen und zu verarbeiten. Viele APPs für dein Telefon können das auch schon. Strava zum Beispiel. Dafür muss man dem Telefon nur ermöglichen, auch „ANT+“ zu verstehen. Für diesen Zweck gibt es kleine Aufsätze, die „ANT+“ empfangen können. Super praktisch ist auch die Lösung, die ich von Wahoo gefunden habe: das „RFLKT“ ist sozusagen eine Schnittstelle zwischen „ANT+“ Sensoren und dem Telefon. Außerdem ist es ein wasserdichtes, unempfindliches Display für die Lenkermontage, denn dein „i-Phone 6“ würde am Lenker befestigt vermutlich beim ersten Baumkontakt verbiegen. 

ANT+ sendet ein Signal...



Ein ANT+ fähiger Radcomputer (also beinahe alle modernen) empfängt die Daten. In diesem Fall sendet der Wahoo „RFLKT+“ die Daten gleich per Bluetooth ans I-Phone weiter, so dass sich Strava jetzt auch über meine Wattzahl freuen kann...

Die Wahoo APP sammelt alle Daten und verteilt sie weiter an Strava und Co...

Total kompliziert alles?

Nein, ist es nicht! Habe ich selber ausprobiert: ich habe noch nichtmal das Innenlager gewechselt, die Kurbel hat exakt dieselben Maße, wie die alte. Also: einfach alte Kurbel raus, alles säubern, fetten, neue Kurbel rein - fertig. Jetzt muss ich nur noch die Kurbel mit der APP oder dem Bikecomputer koppeln, was in meinem Fall etwa eine Minute gedauert hat - fertig! Die Wahoo-App kann sogar eine Kalibrierung der Kurbel durchführen, was man wohl ab und an machen sollte.

Ich für meinen Teil bin sehr gespannt, wie das ganze im Alltag funktioniert! 

So sieht das Ganze dann eingebaut aus...

Sonst noch Watt?

Erstmal nicht! Ich geh jetzt mal in die Matsche und probier das aus! Ein richtiger Testbericht folgt.

Gepostet am 05.11.2014 von Thomas |

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