Rookies Cup #2 Winterberg

Am ersten Tag der iXS Dirt Masters begaben sich die Downhill Rookies auf in die Schlammschlacht. Der anhaltende Dauerregen seit Anfang der Woche machte die Strecke zur einzigen Rutschpartie. Ich war natürlich wieder am Start und tat das, was ich am besten kann. Mich einsauen.

Schon um 7 Uhr in der Früh begann das Training. Also nichts für Langschläfer wie mich. Zugegeben, ich befand mich auch erst um 9 Uhr auf der Strecke, aber der neue Lift in Winterberg ermöglichte eine Abfahrt nach der anderen ohne lange Pausen zu absolvieren und so reichte es auch erst später auf der Strecke zu sein. Runter ging es über die Downhill- und über einen kurzen Teil der Freeridestrecke des Bikepark Winterbergs. Im unteren Teil befand sich ein sehr kurzes, wurzeliges Steilstück, in dem es galt sofort nach links zu ziehen, um dem Streckenverlauf folgen zu können. Selbst im Trockenen wäre dies schwierig zu fahren gewesen, aber im reinen Schlammloch war dies ohne Stürze nur für sehr geübte Fahrer möglich. Und so bildete sich eine ewig lange Schlange von Fahrern vor dem Teilstück. Da meine Geduld sich wie immer in Grenzen hielt, umfuhr ich den Teil und nahm eine andere Strecke, um zum Lift zu gelangen. Nach zwei weiteren Abfahrten war keine Fahrerschlange mehr zu sehen und eine andere Linie geöffnet, die für alle eindeutig machbar erschien. Puuh endlich freie Fahrt. Ich nutzte das Training fast bis zum Ende aus, um nicht mit den nassen Klamotten in der Kälte zu stehen. Gegen Mittag wurde die Strecke gesperrt, also runter über die Freeride. Hauptsache warm bleiben. So ganz einverstanden waren die Streckenposten damit nicht, dass ich einen Teil der Rennstrecke befuhr, der nunmal über die Freeride führte. Zum Glück gabs kein großes Gemecker und ich durfte nach bestimmt insgesamt über 15 Abfahrten vor meinem Rennlauf endlich an den Start. Ein Problem gab es trotzdem. Denn da wo ich auftauche, bereitet seltsamer Weise die Startmessung Probleme. Ich habe wohl eine negative Ausstrahlung gegenüber Zeitmessanlagen. 

Meinen ersten Lauf verpasste ich dann fast auch noch durch einen netten Plausch mit dem Mitarbeiter am Start, denn als ich raffte, dass ich starten konnte, zeigte die Uhr schon eine 1 an. Fast zu spät ist nicht zu spät, also Vollgas jetzt. Mit Vollgas war auch nicht lange, denn schon nach den ersten paar Metern versank mein Vorderrad in der Matsche und ich kam zum stehen. Abspringen, zu Fuß laufen und wieder drauf. So löst man solche Probleme als Mädchen. Das Missgeschick wiederholte sich einige Meter später, aber danach ging es ohne vieles Bremsen die Strecke hinunter. Bis ich einige Meter vorm Ziel doch noch einmal gebremst wurde. Diesmal nicht vom Matsch, sondern von einer Fahrerin, die vor mir gestartet war. Deja vu! An genau dieser Stelle hing ich schon letztes Jahr im Rennlauf. Ich wusste was zu tun war. Überholen ging nicht, also anfeuern!! Immerhin kam ich noch immer mit einem zweiten Platz im Ziel an. Da ich als letztes gestartet war, konnte mir diesen vorerst auch keiner mehr wegnehmen. Die beste Zeit konnte sich Svenja Decker zuschreiben. Ein Kamerateam vom WDR begleitete uns die Liftfahrt hinauf. Jetzt ein Interview, was gibt's besseres. Aber darauf war der schweigsame Herr mit der Kamera zum Glück nicht aus. Fast zwei Stunden Wartezeit waren nun angesagt. Ich verbrachte die Zeit mit dem Hoch- und Runterlaufen an den Expoständen, dabei von jedem zweiten Sprüche über meine Schlammmaske einzukassieren und als Fotomodell herzuhalten, wie auf dem ersten Bild unschwer zu erkennen ist. Also an alle Aufmerksamkeitsgierigen einfach mal im Schlamm suhlen, dann ist es nicht einmal nötig sich bei DSDS zu bewerben.

Mein zweiter Rennlauf verlief relativ ähnlich wie der erste, nur dass ich mir eine Minute Abstand zu der Starterin vor mir klarmachte, was relativ problemlos möglich war. Vielleicht lag das auch einfach daran, dass der nette Herr am Start mich mitleidserregend fand oder er wollte sich nur nicht mit mir anlegen, denn ich war ganz klar im Matschvorteil und er noch sauber. Mit einer schlechteren Zeit als im Lauf davor kam ich trotzdem mit der Bestzeit des 2. Laufes durchs Ziel. Das gab ordentlich Punkte für die Gesamtwertung. Svenja hatte gewonnen und ich landete mal wieder auf Platz zwei. Man nennt mich auch die ewige Zweite. Mir war so kalt, dass mir das schon fast wieder egal war, denn ich wollte nur noch duschen. Dieses Bedürfnis wurde mir dann auch noch zum Verhängnis. Siegerehrung verpasst. Es blieb mir nichts anderes übrig als die Ergebnisse hier nachzulesen: http://www.ixsdownhillcup.com/media/1905.pdf

Fotogalerie

Fotos: EGO-Kits/Wipp Art

Gepostet am 03.06.2014 von Jamina |

Ähnliche Artikel