Robin Wallner und Floriane Pugin entscheiden Pila für sich

Der iXS European Downhill Cup wurde an diesem Wochenende mit dem vierten Lauf im italienischen Pila fortgesetzt. Eine höchst anspruchsvolle Strecke und sich ändernde Wetterbedingungen machten das Rennen zu einem spannenden Krimi. Am Ende gingen Robin Wallner und Floriane Pugin als Sieger hervor.

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Das im Aostatal gelegene Pila ist seit drei Jahren eine feste Institution im Europacup und auch ein wirklich außergewöhnlicher Austragungsort. Direkt über der im Dreiländereck Italien, Schweiz und Frankreich gelegenen Stadt Aosta erstreckt sich auf 1800 Meter über dem Meeresspiegel die kleine Ortschaft Pila. Allein schon der Ausblick auf die umliegenden Gebirgsmassive mit den höchsten Bergen Europas ist etwas besonders. Aber natürlich verraten auch die topographischen Daten einiges über den Anspruch des von der ehemaligen Worldcup Legende Corrado Herin designten Kurses. Die Strecke startet auf 2300 m ü. NHN und führt dann 2,6 km und 520 Höhenmeter hinab nach Pila und gehört definitiv zu den schönsten der europäischen Rennserie. Deshalb war es auch nicht verwunderlich, dass 342 Teilenehmer aus 29 Nationen an den Start gingen. Diese mussten sich auf wechselnde Wetterbedingungen von staubtrocken zu total nass einstellen.

Noch auf absolut trockener Strecke fand am Samstag der Seeding Run der Women Kategorie statt und mit 4:23.744 min und über 6 Sekunden Vorsprung zeigte Emmeline Ragot (MS Mondraker Racing) was möglich ist. Schwierigere Bedingungen gab es dann am Ende der Klasse Men, denn bei den letzten 80 Fahrern dieser Klasse setzte heftiger Regen ein und machte es somit ziemlich schwer an die vorher gefahrenen Zeiten heranzukommen. Zu diesem Zeitpunkt hatte Cesar Rojo (ESP - Mondraker), ehemaliger Weltcupfahrer und heutiger Entwickler bei Mondraker die Bestzeit mit 4:03.046 min eingefahren. Bis auf Lokalmatador Lorenzo Suding (ITA - Pila Black Arrows) kam keiner dieser Zeit wirklich nahe und somit stand die Startreihenfolge fürs Finale fest und so richtig konnte man noch keinen Hinweis auf das Ergebnis vom Sonntag herauslesen.

Am Sonntag war es anfangs wieder trocken, aber bereits während des Trainings öffnete sich schon einmal der Himmel. Somit war die Strecke von Anfang an zumindest nicht mehr staubig, was man auch gut an den gefahrenen Zeiten ablesen konnte. Im Durchschnitt benötigten die Teilnehmer nun 20 - 30 Sekunden mehr für die Strecke. Und wie schon am Tag zuvor traf es die Klasse Elite Men am meisten, denn etwa bei den letzten 100 Fahrern fing es heftig an zu regnen und machte insbesondere im oberen Bereich die vielen Wurzeln und Steine unberechenbar. Damit hatten früh startende Fahrer wieder völlig andere Bedingungen und so konnte Robin Wallner (SWE - Team Åre Bikepark) eine Zeit von 4:17.309 min einfahren, die schlussendlich von keinem Fahrer mehr unterboten werden konnte. Auf dem zweiten Platz landete Oscar Härnström (SWE - Pila Black Arrows), der auch noch trockene Bedingungen vorfand. Am besten kam auf dem nassen Kurs schließlich Joshua Button (AUS - SC Intense) zu Recht und sicherte sich mit nur zwei Zehntelsekunden Rückstand auf Härnström den dritten Platz. Vierter wurde wie schon am Vortag Damien Spagnolo (FRA - MS Mondraker), der damit wieder einmal bewies, dass bei ihm unter solchen Bedingungen immer ein gutes Ergebnis drin ist. Auf dem fünften Platz landete Ruaridh Cunningham (GBR - POC/Alpine Bikes), der schon mit dem Sieg in Innerleithen seine Fähigkeiten bei außergewöhnlichen Bedingungen zeigte. Die Gesamtwertung führt nun Spagnolo mit 301 Punkten an. Auf Rang zwei liegt Wallner (275), gefolgt von Markus Pekoll (AUT - MS Mondraker / 271), Brook MacDonald (NZL - MS Mondraker / 257), Johann Potgieter (RSA Canfield Factory Team / 237) und Cunningham (226).

In der mit über 20 Teilnehmerinnen gut besetzen Elite Women Klasse war ein spannendes Rennen zu erwarten. Als erstes setze Alba Wunderlin (SUI - Veloatelier Biel) die Bestzeit, die dann bis zu Elisa Canepa (ITA) hielt. Anschließend waren nur noch die drei Schnellsten des Vortages auf dem Kurs. Als erstes kam Emilie Siegenthaler (SUI - Scott 11) mit mehr als 8 Sekunden Vorsprung ins Ziel. Ihre Zeit wurde aber sofort von ihrer Teamkollegin Floriane Pugin (FRA - Scott 11) um weitere 2 Sekunden unterboten. Nun war es nur noch die amtierende Weltmeisterin Emmeline Ragot, die den Doppelsieg der Scott 11 Frauen verhindern konnte. Aber nach einem Sturz erreichte sie die Ziellinie mit 4 Sekunden Rückstand und musste sich schlussendlich mit dem dritten Platz zufrieden geben. Somit gewann Floriane Pugin mit einer Zeit von 4:53.291 min. Im Gesamtklassement führt nun Ragot mit 122 Zählern vor Siegenthaler (87) und Rachel Atherton (GBR - GT Factory Racing / 86 Punkte).

In der Masters Klasse gab es quasi einen Start-Ziel-Sieg, denn nachdem Wilfred van de Haterd (NED - YT Industries) im Seeding Run einen Platten hatte, ging er als erstes auf den Kurs und konnte somit direkt im Red Bull Hot Seat Platz nehmen. Diesen verließ er erst wieder, nachdem der letzte Fahrer seiner Klasse im Ziel war und er als Sieger fest stand. Damit sicherte er sich auch die Führung in der Gesamtwertung. Auf dem zweiten Platz reihte sich Heinz Hostettler (SUI - Banditbike.ch) ein, der damit im Gesamtklassement van de Haterd dicht auf den Fersen ist. Dritter wurde Maik Höhne (GER - Bikeland 262).

Bei den U17 Fahrern gab es an beiden Tagen ein Kopf-an-Kopf Rennen zwischen Ferran Jorba (ESP - Moto Club Sant Andreu) und Loris Vergier (FRA - US cagnes). Dieses Duell konnte an beiden Tagen mit jeweils nur wenigen Zehntelsekunden Vorsprung vom Spanier gewonnen werden. Auf den dritten Platz fuhr die deutsche Nachwuchshoffnung Ferdinand Brunold (GER - Mag41.com Racing Team).

Irgendwie scheint der Europacup in diesem Jahr einige Wetterkapriolen überstehen zu müssen. Aber vielleicht ist damit nun Schluss und die nächsten drei Läufe werden nicht wieder von diesem Thema bestimmt. Weiter geht es bereits nächstes Wochenende in Špičák/CZE.

Gepostet am 06.08.2012 von Patrick Kruse |

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