Rennbericht zu den Rookies Championships

Österreich! Wir fahren nach Österreich! Die Vorfreude war schon Tage vorher riesig. Ganz entspannt konnte ich die Reise zu den Rookies Championships leider nicht antreten, denn meine praktische Führerscheinprüfung stand mir am Abreisetag noch bevor. So ging es am Donnerstag früh aus dem Haus und um 7:30 Uhr ans Steuer. Meiner Meinung nach viel zu früh, aber gut, man kann sich ja nicht alles aussuchen. Nach nur 25 Minuten war die ganze Fahrerei mit dem Prüfer beendet, Führerschein bestanden, alles easy und dann fing der Stress erst richtig an. Zur Fahrschule noch ein paar Hundert Euro abdrücken, Katzen versorgen, nach Hause fahren, packen, duschen, essen und Auto einräumen. Und dann auf ins Abenteuer. 7 Stunden reine Fahrtzeit aus der unser Superduperomanavi durch gefühlte 20 Umleitungen 10 Stunden machte. Im Hotel einchecken und schlafen, das war nur noch der Plan.

Endlich angekommen beim Kona MTB Festival im Bikepark Serfaus Fiss Ladis, ein Event für die jüngsten Racer unter uns.

Am nächsten morgen begrüßte uns ein riesiges Frühstücksbuffet. Gestärkt ging es für uns zur Presse- und Rennanmeldung. Für mich stand der dritte Lauf des iXS Rookies Cups, die Rookies Championships und die Pumptrack Challenge auf dem Programm, die noch am selben Tag stattfinden sollte und ich leider am Ende doch auslassen musste. Grund dafür war unsere riesige Begeisterung von den Strecken im Bikepark Serfaus Fiss Ladis. Wir konnten gar nicht mehr aufhören zu fahren. Dabei stand am Freitag eigentlich das Training für den Rookies Downhill Cup an, welches ich eindeutig nicht groß ausnutzte. Vier bis fünf mal die Strecke runter musste reichen, denn die weiteren Bikeparkstrecken wollte ich keinesfalls vernachlässigen. Flowig, schnell und viele Sprünge, einfach volle Bikeparkaction. Nach fast 6 Stunden reinem Downhillgeballer mit kaum Pausen waren wir fix und fertig, denn die Gondel transportierte uns blitzschnell den Berg hinauf und langes Warten am Lift war zum Glück nur hin und wieder der Fall. Rundum zufrieden, aber natürlich mal wieder voll im Stress hechteten wir zum Hotel, um zu duschen und das darauffolgende Pumptrackrennen nicht zu verpassen. Tja so ganz geklappt hat das nicht, aber gut, man kann nicht immer bei allem dabei sein. 

Kleine Sieger ganz selbstbewusst beim Pumptrackrennen, so muss das sein!

Den Rookies Downhill Cup hingegen wollte ich am nächsten Morgen aber auf gar keinen Fall verpassen, denn auf das Gewinnen der Gesamtwertung freute ich mich schon seit dem Dirt Masters Festival in Winterberg, wo der zweite RDC ausgetragen wurde. Das Ergebnis des Rennens war mir unwichtig, ich war nur heiß auf die Gesamtwertung. Mit drei Trainingsläufen und noch zwei bis drei weiteren Läufen auf den Bikeparkstrecken fühlte ich mich angemessen vorbereitet. Das Rennen konnte also beginnen. Pünktlich zum Start der Rennläufe fing es an zu schütten. Reegeeen, genau davor hatte ich Angst. Im Training noch alles trocken und im Rennlauf komplett andere Bedingungen. Wobei mir der Regen meistens zu Gute kommt, zum Glück auch in diesem Rennen. Mit meiner absolut perfekten Matschwetterreifenwahl, vorne Maxxis Minion und hinten Hans Dampf, konnte ich das Rennen einfach nur gewinnen. Gut es gab ein paar Stellen, die dem Hans nicht so ganz in den Kram passten, aber da musste er durch. Mit einem langsamen, aber safen Lauf kam ich 15 Sekunden schneller als meine Konkurrenz ins Ziel. Zum zweiten Rennlauf hin regnete es nur noch mehr und erst auf der Strecke merkte ich wie sehr der Boden plötzlich aufgeweicht war. Da wurde es dem Minion auch zu viel und ließ mich dreimal zu Boden gehen. Anfangs war er noch gnädig und ich konnte sofort weiter fahren, doch im Laufe der Strecke wurde er immer ungemütlicher. Beim zweiten Sturz wurde ich eiskalt in den Bach geschmissen und riss dabei die Absperrungen ab. Natürlich ließ ich mir das nicht gefallen, fand mich dann einige hundert Meter an einem Baum geklammert wieder, der mich vor dem tiefen Abhang fernhielt. Mit einem Arm um den Baum geschlungen und der anderen Hand mein Rad auf die Strecke hievend, erklärte ich dem Zuschauer mir gegenüber, dass Mr. Minion und Mr. Hans den tiefen, matschigen Bedingungen nicht ganz gewachsen seien. Zum Glück ließen die beiden es dann gut sein und brachten mich mehr oder weniger sicher ins Ziel. Das war wohl nix, dafür haben die beiden sich im ersten Lauf so gut geschlagen, dass es für meinen ersten Platz dennoch reichte. Bei der Siegerehrung gab es dann die gerechte Strafe für Mr. Minion und Mr. Hans. Ein edler Kaiser wurde mir überreicht und macht den beiden wohl bald Konkurrenz. Aber psst, nicht verraten ;)

Platz 1 beim RDC #3 und in der Gesamtwertung des kompletten Cups- erfolgreicher Samstag im Bikepark Serfaus Fiss Ladis

Während ich meine Siege feierte, weilte mein Freund Lukas mit Schlüsselbeinbruch im Krankenhaus. Deshalb war die Stimmung am Sonntag getrübt. Dafür gab es gutes Wetter für die Rookies Championships und die Rennstrecke machte mit zunehmender Geschwindigkeit immer mehr Spaß. So ganz sicher, ob das nun gut oder schlecht war, wusste ich nicht, denn Regen machte mir das Gewinnen definitiv einfacher. Aber da es nicht regnete, musste ich mich wohl einfach anstrengen. Kurz vor dem Rennlauf riss mir der Schaltzug, denn ich konnte es einfach nicht lassen mich auf den Freeridestrecken auszutoben, und mein Trigger gab auch noch den Geist auf. Aber da ich bei solchen Sachen sehr anspruchslos bin, wurde ein mittlerer Gang eingestellt und so ging es an den Start. Wer muss denn auch schon schalten und trampeln? Pushen tuts auch. Vor meinem Start machte sich plötzlich die Aufregung breit, gar nicht gut. Nach einer kurz vor Sturz Situation relativ am Anfang, hatte ich mich wieder im Griff und ließ die Karre locker rollen. Auf dem mittleren Stück dann die Ernüchterung, ich musste eine Gegnerin überholen. Am Vortag machte sie mir die Sache einfach, da sie an einer Stelle stürzte und ich somit vorbeifahren konnte. Dies war dieses Mal nicht der Fall und um sie nicht zu gefährden ließ ich das Überholen in den engen Steilkurven sein. Auf dem Steinfeld ließ sie mich vorbei und dann gab es nur noch Bremsen auf und Vollgas. Irgendwie noch Zeit gut machen. Mit 4 Sekunden langsamer als meine schnellere Gegnerin kam ich ins Ziel. Ernüchterung. Das Adrenalin und der Kampfgeist waren wie weggeblasen. Doch auf schlechte Laune hatte ich nun wirklich keine Lust und so fuhr ich sofort wieder mit der Gondel hoch und ließ meine schlechte Laune an den Freeridestrecken aus, die dafür wirklich sehr gut geeignet waren. So schnell war ich selten.

Heute mal andersrum in der Platzierung - wir sind beide Siegerinnen des Wochenendes!

Auf die Siegerehrung warteten wir noch, Platz 2 in der U19 Damen Klasse bei den Rookies Championships war für mich nicht zufriedenstellend, dafür aber fair, da ich am Tag zuvor gewonnen hatte und nun Estelle auch einmal dran war. Im Rückblick betrachtet war es ein wirklich tolles Wochenende mit sehr, sehr viel Fahrspaß und dazu noch tollen Ergebnissen, vielen netten Leuten und einem rund um Service vom Bikepark Serfaus Fiss Ladis, der das Event für uns einzigartig gemacht hat. 

Träumen und den Anblick genießen, schade, dass wir schon wieder zu Hause sind.

Fotos: Bikepark Serfaus Fiss Ladis, Jamina

Gepostet am 12.08.2014 von Jamina |

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