Redbull District Ride Nürnberg

Nürnberg hat einen neuen Helden! Bei strahlendem Sonnenschein legte Sam Pilgrim (GBR) beim Red Bull District Ride einen Run hin, wie es ihn in der Freeride-Geschichte bis dato noch nicht gab. Der Brite sicherte sich mit über vier Punkten Vorsprung vor Martin Söderström (SWE) und über sechs vor Brandon Semenuk (CAN) den Sieg beim Finale der Freeride Mountain Bike World Tour. Die 12 Rider im Finale des Diamond-Events der World Tour hoben Trick für Trick die Messlatte des Sports ein gutes Stück höher. Nachfolger werden es in Zukunft schwer haben, deren Leistung noch zu toppen, denn Tricks in diesen Dimensionen gibt es nicht alle Tage zu sehen. Wer in Nürnberg nicht live dabei war, der hat am Montag um 19 Uhr die Möglichkeit, bei der Wiederholung des Webcasts auf www.redbulldistrictride.com die sensationelle Performance der Crème de la Crème der Mountainbike Freerider noch zu sehen.

24 Fahrer aus 10 Nationen, einen Kurs von rund einem Kilometer Länge und 75.000 Zuschauer am Wochenende: das war in Nürnberg das Rezept für einen Event der Superlative. Die in Scharen angereisten Zuschauer feierten ihre Superstars gebührend und in der Nürnberger Altstadt herrschte während des gesamten Contests beste Stimmung. Als sich Sam Pilgrim von den Obstacles in die Luft schoss, hielt ganz Nürnberg den Atem an, denn so eine Leistung hatte vor ihm noch keiner gezeigt. Bei jedem Hit präsentierte er einen anderen Trick und überzeugte die Jury mit konstanter Leistung in allen sechs Districts. Man merkte einfach, dass ihm der Kurs Spaß machte: „Als ich diesen Hammer-Kurs zum ersten Mal gesehen habe, konnte ich kaum erwarten, mich darauf auszutoben. Ich freue mich natürlich total, gewonnen zu haben, aber es hat auch mega Spaß gemacht. Nürnberg ist einfach eine geile Stadt!“ Am meisten lag ihm sichtlich der Ramp District, in dem er am Besten zeigen konnte, was er drauf hatte. Zum Beispiel einen absolut stylischen Flair an der kleinen Quarter.

Hier die finalen Results: 1) Sam Pilgrim (GBR), 2) Martin Söderström (SWE), 3) Brandon Semenuk (CAN), 4) Sam Reynolds (GBR), 5) Cameron Zink (USA), 6) Thomas Genon (BEL), 7) Anthony Messere (CAN), 8) Amir Kabbani (GER), 9) Teo Gustavson (SWE), 10) Andreu Lacondeguy (ESP), 11) Darren Berrecloth (CAN), 12) Yannick Granieri (FRA)

Der Kanadier Brandon Semenuk wusste schon vor dem Diamond-Event und Finalevent der FMB World Tour, dass er der neue FMB World Tour Champion ist. Während sich ein anderer Fahrer vielleicht zurückgelehnt hätte, gab Brandon in Nürnberg noch einmal alles. Fast hätte er eine „Perfect Season“ geschafft, also einen Sieg bei jedem Event, der in die Gesamtwertung der FMB World Tour Wertung einfließt. In Nürnberg reichte es dann aufgrund eines Sturzes im Best Trick District leider nur für einen dritten Platz, sodass er dieses Ziel knapp verpasste. Dennoch freute sich Brandon: „Der Red Bull District Ride war das Highlight der Saison! So viele Leute, die richtig Stimmung gemacht haben und dann war der Kurs auch noch supergeil – also genau mein Ding!“ Die Vielseitigkeit des Kurses war für ihn wie geschaffen, denn hier konnte er zeigen, dass er in jedem Bereich Einiges zu bieten hat: egal, ob im extrem technischen Ramp District oder beim massiven acht Meter hohen Drop von der Burgmauer.

Dem Zweitplatzierten Martin Söderström (SWE) konnte man den Spaß ebenfalls deutlich ansehen. Den zweiten Run läutete er mit einem 360 im Drop District ein und genoss den Run komplett entspannt, da ihm der zweite Platz nach einem beeindruckenden ersten Run bereits sicher war. So probierte der schwedische Sunnyboy auch mal Tricks im Ramp District aus, die noch nicht 100% saßen und tobte sich an den Ledges mit verschiedenen Kombinationen richtig aus, die er nicht immer stehen konnte: „Ich bin mit meiner Platzierung in den Top 3 super zufrieden. Schließlich sind die besten Fahrer der Welt hier, da kann man auf einen zweiten Platz schon stolz sein. Nachdem ich im ersten Run alles auf eine Karte gesetzt hatte, war ich echt froh, im zweiten Run einfach mal Spaß auf dem Kurs zu haben ohne den Druck Punkte sammeln zu müssen.“

Der einzige deutsche Fahrer im Finale, Amir Kabbani, konnte sich über einen absolut soliden achten Platz freuen. Natürlich war er einer der absoluten Publikumslieblinge und hat sein Land auf jeden Fall würdig vertreten – wenn er auf der Rampe, die aus dem dritten Stock des Rathauses direkt auf den Nürnberger Hauptmarkt führte auftauche, dann wurde er von tausenden Zuschauern begeistert gefeiert: „Die Stimmung hier ist der Hammer, die Leute haben mich richtig gut angefeuert. Mein persönlicher Erfolg war, dass ich den Backflip Tailwhip im Drop District perfekt gestanden habe!“

Das Comeback des legendärsten Urban Freeride Events der Mountainbike-Geschichte – der Red Bull District Ride war hier bereits 2005 und 2006 zu Gast – kann auf jeden Fall als würdiger Abschluss der Tour verbucht werden.

Hier der Clip zum Event!

Gepostet am 11.09.2011 von Martin Donat |

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