Masters World Championships in Pietermaritzburg

Teil 3 des Tagebuchs der Masters World Championships in Pietermaritzburg, Südafrika, aus der Sicht von Downhiller Matthias Reichmann:

Gestern, am Freitag, hatten wir also unsere Seedingruns.

Glücklicherweise schmierte ich beim letzten Trainingrun im "Aerodrom" ab, so dass ich Stephan und Michael beim Training vom Streckenrand aus beobachten konnte. Mir wurde klar, dass Michael Krüger (Team Bodenhaftung) und der ehemalige Weltmeister Stephan Mangelsdorff (SantaCruz/Magura) sich ein Kopf-an-Kopf Rennen liefern werden. Und genau so kam es: Michael wurde 8ter, Stephan qualifizierte sich als Siebter bei den Masters 50-54.

Was tat meine Wenigkeit im Seeding? Hatte einen perfekten Start und war so happy darüber, dass ich mich gleich in der dritten Kurve lang machte (Streckenabschnitt "eye boggler"). Wenigstens hatte ich jetzt keinen Druck mehr, Lauf eh versaut... unten angekommen hatte ich die zweitbeste Zeit, gleich hinter dem Streckenbauer Nigel Hicks. Geil ey. 5 min 06. Es kamen in meiner Alterskategorie (Masters 30-34) jedoch noch einige recht Schnelle andere nach, so dass ich mich im Endeffekt auf dem 8ten Platz qualifizierte.

Heute Morgen, Samstag, noch schnell einen Trainingsrun vor dem Finale, mit leichter verbesserten Lines im Vergleich zum Seeding gestern - dieser Run lief perfekt. Ca. 4 min 50. Ist ein echt geiles Feeling, wenn man die fetten Sprünge im Aerodrom cleart, vor allem kommt man unten relaxter an, weil man nur noch halb so viel treten muss.

Gegen Mittag wurde es dann ernst: Michael und Stephan haben nun die Plätze getauscht, Stephan auf 8, Michael auf 7 in der Kategorie Masters 50 bis 54. Michael erinnert sich nicht mehr an seinen Lauf - nur dass er sich fast zu Tode getreten hätte. Stephan war mit seinem Lauf nicht wirklich zufrieden, jedoch trotzdem glücklich darüber, dass er nach seinem schweren Unfall, der ihn letztes Jahr fast das Leben kostete, überhaupt fahren konnte.

Als ich (Matthias Reichmann, Reichmann Eng. Factory Racing) dann als Achtletzter des Wettkampfs an den Start ging, zogen Wolken auf, und just im Moment meines Starts begann es stark zu winden. Wenn man dann an die 20-m-Sprünge weiter unten denkt, dann sind das so die Momente, wo man sich selbst als eingefleischter Straight-Edger wünschen würde, Koks zu konsumieren. Leicht verunsichert begann ich einen doch recht soliden Lauf. Am "Big-Jugs" (12-m-Double auf der Tretpassage) blies es mich einige Meter zur Seite, und am Moneymaker wurde der Seitenwind zum Gegenwind, so dass ich hier etwas kurz kam... aus ca. 4 m Höhe! Am Zielsprung hatte ich zum Glück wieder nur Seitenwind, so dass dieser wieder souverän übersprungen werden konnte.  Im Ziel angekommen ging es totz vieler kleiner Patzer mit genau 5 min 00 erstmal auf den Hotseat, bevor ich dann im Endeffekt den achten Platz belegen konnte, yessss.

Sieger der Masters-30-34 wurde der Südafrikaner Nigel Hicks mit einer 4 min 47.577!!

Unser Hausnachbar und guter Freund Max Schuster (vom österreichischen Team RRP) konnte übrigens die Masters 55-59 rocken!! WELTMEISTER!!! Seine Zeit übrigens 5 min 11 Sekunden - Riesenrespekt in dieser Altersklasse.

Unser Freund und Mitfahrer Gorazd Strazisar (Masters 50-54), Betreiber des slowenischen Bikeparks Kranjska-Gora, verlor im Finallauf leider seine Kette, deswegen "nur" Platz 5 für ihn mit einer 5 min 16. Wirklich schade, unser "Hitman" hätte gute Chancen auf den Tital gehabt, er fährt nicht wie ein 53-Jähriger sindern eher wie ein 35-Jähriger.

 

Unten am Ziel trafen wir noch unsere deutschen Kollegen von der Elite, die ihr Race nächstes Wochenende haben werden.

Fotos: Katja / Michael

Gepostet am 25.08.2013 von Sascha / Matthias Reichmann |

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