iXS European Downhill Cup #3

Am vergangenen Wochenende stand der dritte Lauf des iXS European Downhill Cups im italienischen Val di Sole auf dem Programm. David Trummer und Jana Bartova konnten sich dabei als Schnellste der 345 Teilnehmer aus 26 Nationen durchsetzen.


Schon wieder wurde ein weiteres Kapitel der iXS European Downhill Cup Geschichte geschrieben und dieses Kapitel wird wohl als ein weiterer Meilenstein in den Hinterköpfen bleiben. Val di Sole heißt der dritte Stopp der Serie und fügt sich ein in die Reihe der bisherigen ebenso namhaften und geschichtsträchtigen Austragungsorte Maribor und Schladming. Der Italienische Ort im Trentino als ehemaliger und zukünftiger Ort der Mountainbike Weltmeisterschaften komplettierte in diesem Jahr erstmals den iXS Europacup. Und wieder war es die Strecke, die ihrem Ruf weit vorauseilte und schon im Vorfeld für viel Begeisterung sorgen konnte. Bekanntheit hat der Kurs nicht zuletzt aufgrund der regelmäßig dort stattfinden Weltcuprennen und wird oft als einer der härtesten weltweit bezeichnet. Nach einigen Umbauarbeiten der Strecke haben sich die technischen Angaben noch einmal erhöht. Die Länge beträgt nun 2.200 Meter, wobei eine Höhendifferenz von 520 Metern zu bewältigen ist. Also nicht nur der Untergrund bestehend aus allem was eine Downhillstrecke haben muss, sondern auch die extreme Steilheit liefern diesmal den Anspruch. Im laufe des Wochenendes kam eine weitere Komponente hinzu, die den Schwierigkeitsgrad zusätzlich erhöhte. Nachdem am Freitag das erste freie Training bei perfekten Wetterbedingungen stattfinden konnte, änderten sich die Verhältnisse immer weiter, bis schlussendlich am Sonntag ein wahrhaftes Schlammrennen ausgefahren wurde.
 
Der Samstag bot allerdings zum Seeding Run noch trockene und somit perfekte Bedingungen. Schnellste der Klasse Elite Women war Jana Bartova (CZE - Bikeplac Racing Team) mit einer Zeit von 4:54.494 Minuten. Die nach zwei Rennen Führende der Gesamtwertung Zarja Cernilogar (SLO - Blackthorn GT) musste sich aufgrund von Problemen im unteren Teil trotz eines großen Vorsprungs von knapp 5 Sekunden an der Zwischenzeit einige Plätze weiter hinten einreihen. In der Elite Men Klasse war es Rupert Chapman (NZL) der mit 3:58.260 min die Tagesbestzeit einfahren konnte. Dahinter ging es allerdings so knapp zu, dass der neuseeländische Privateer wohl Nerven aus Stahl bräuchte, um diese Platzierung am Sonntag zu wiederholen, zumal der Vorhersage nach, sich die Wetterbedingungen ändern würden. Am Abend gab es dann noch unter Flutlicht den vierten Stopp der 4X Pro Tour und dabei ein extrem spannendes Finale vor enorm vielen Zuschauern. Anschließend ging es bei einem gut besuchten Open Air Konzert noch einmal richtig zur Sache. Genau so stellt man sich einen optimalen Rennsamstag vor.
 

Jana Bartova gewann die Damen Wertung


Am Sonntag kam es dann wie angekündigt, der Himmel war grau und während des Trainings war es auch ab und zu etwas nass von oben. Der Regen hielt sich anfangs aber noch in Grenzen und konnte der Strecke nicht wirklich etwas anhaben. Aber irgendwann gegen Mittag war es dann nass genug, dass immer mehr Schlamm auf die Wurzeln und Felsen gefahren wurde, was den Schwierigkeitsgrad deutlich erhöhte. Wie immer waren als erstes die Masters an der Reihe und meldeten einstimmig, dass es extrem schwer zu fahren war. Am besten kam Fabrizio Dragoni (ITA - Alessi Racing Team) zurecht, gefolgt von Rostislav Stencel (CZE - Bikeplac Racing Team), der damit seine Führung in der Gesamtwertung weiter ausbaute. Auf dem dritten Platz reihte sich Rhys Evans (GBR - Maxim Bikes) ein.
 
In der U17 Kategorie lies Remy Morton (AUS - NS Dynamics) wieder nichts anbrennen und setzte sich mit einem Vorsprung von 11 Sekunden an die Spitze, nicht nur des Rennens, sondern damit auch in der Gesamtwertung. Federico Monzoni (ITA - Smile Bike) wurde Zweiter und der bisher Serienführende Andrea Bianciotto (ITA - ASD Sestriere Bike Club) musste sich mit dem dritten Platz zufrieden geben.
 
Der in der Elite Women Klasse erwarteten Revanche von Zarja Cernilogar konnte die Schnellste des Vortages ordentlich entgegenhalten. Trotz des Regens und eines Restarts nach einer Streckensperrung lies Jana Bartova keinen zweiten Sieg nach Maribor für die Slowenin zu und verkürzte den Abstand auf die Serienführung auf nur zwei Punkte. Den Sieg sicherte sie sich mit einer Zeit von 5:21.126 min und einem Vorsprung von 1,183 Sekunden. Cernilogar hatte im unteren Teil wieder Schwierigkeiten und musste sogar einen kleinen Sturz hinnehmen. Mit ihrem zweiten Platz konnte sie zwar die Führung behalten, dürfte aber eher unzufrieden mit der Ausbeute des Wochenendes sein. Carina Cappellari (SUI - Suspension Center) komplettierte das Podest auf dem dritten Platz.

Nick Beer hatte an diesem Wochenende kein Glück...
 


In der Elite Men Klasse kam es wie erwartet. Als erster Fahrer ging der Gesamtwertungsführende David Trummer (AUT - RRP Ghost) auf den Kurs, da er im Seeding Run einen harten Crash nicht vermeiden konnte. Natürlich hielt seine Zeit von 4:10.432 min sehr lange an, obwohl sie doch um einiges schlechter als die des Vortages war. Die Strecke war also gehörig langsamer, fraglich war nun nur, inwieweit sich der zeitliche Abstand und die damit verändernden Bedingungen auf dem Kurs zwischen Trummer und den Top-Fahrern auf das Ergebnis auswirken würde. Laut der Wettervorhersage hätte Trummer von einem frühen Start profitieren können. Aber auch Slawomir Lukasik (POL - NSbikes FroPro) und Alex Bond (GBR - Ti springs.com) starteten früh, jedoch war ihr Rückstand von um die 20 Sekunden Anzeichen genug, dass dies keine Platzierung unter den Top Ten werden würde. In der folgenden Zeit reihten sich immer mehr Fahrer hinter Lukasik ein und somit wurde langsam klar, dass die Bedingungen nicht besser wurden. Irgendwann war ein Punkt erreicht, da näherte man sich ausgehend von den knapp 20 Sekunden Rückstand des Polen stetig und immer weiter in Richtung der Zeit von Trummer. Nick Beer (SUI - Devinci Global Racing) lag an der Zwischenzeit noch vorn, hatte dann aber in der letzten Kurve vor dem Ziel Probleme und musste zurück auf den Kurs schieben, was am Ende 17 Sekunden Rückstand bedeutete.

David Trummer gewinnt die Elite Men Klasse

Aber die gefahrenen Zeiten sagten auch aus, dass die zweite Hälfte im Vergleich zum Anfang der Elite Men Klasse einiges langsamer war. Einer nach dem anderen biss sich die Zähne am im Red Bull Hot Seat sitzenden Trummer aus. Ganz zum Schluss wurde es noch mal spannend, als der Seeding Run Schnellste auch wieder an der Zwischenzeit eine neue Bestmarke aufstellen konnte, aber die Erfahrung der Zeiten vorher wiesen bereits daraufhin, dass Dreizehntelsekunden nicht für das langsame untere Stück reichen würden. Somit reihte auch er sich weiter hinten ein und die erste vorgegebene Zeit hielt bis zum Schluss. Trummer gewann das Rennen vor seinem Landmann Manuel Gruber (AUT - Radon Factory Team) und seinem Teamkollegen Phil Atwill (GBR - RRP Ghost). Mark Wallace (CAN - Devinci Global Racing) konnte nach dem zweiten Rang im Seeding Run mit einem vierten Platz seine Qualität beweisen. James Swinden (GBR - This is Sheffield) wurde Fünfter.
 
Ein weiteres hochkarätiges Rennen der 2014er Serie ist damit gelaufen und nächstes Wochenende steht dann schon in Les Deux Alpes beim Crankworx Europe das Bergfest an. Weitere Informationen und die vollständigen Ergebnisse gibt es wie immer unter www.ixsdownhillcup.com.


Fotos: Thomas Dietze

Gepostet am 29.06.2014 von Thomas |

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