iXS EDC Chatel: Fairclough und Pugin gewinnen!

Zum vorletzten Rennen gastierte der iXS European Downhill Cup in Châtel/Frankreich. Circa 200 Fahrer aus 24 Nationen standen in der Startliste und konnten ein perfektes Rennen bei bestem Wetter und entspannter Atmosphäre genießen.

Sicherlich gehört es zu den Vorteilen der späten Rennen im Jahr, dass sie zum einen nicht so überlaufen sind und zum anderen, dass es aufgrund der sich abzeichnenden Gesamtwertung noch einmal extra spannend wird. Und so war es auch an diesem Wochenende, als sich etwa 200 Fahrer in Châtel, in der Region Portes du Soleil einfanden, um den sechsten von insgesamt sieben Läufen der Europaserie auszufahren. Unter ihnen waren natürlich die Favoriten des Gesamtklassements, wie der bis dahin Führende Johann Potgieter (RSA - Canfield Factory Racing) sowie die direkt dahinter platzierten Robin Wallner (SWE - Team Åre Bikepark) und Damien Spagnolo (FRA - MS Mondraker). Aber auch andere große Namen konnten als Siegesaspiranten genannt werden. Brendan Fairclough (GBR - Scott 11) war endlich wieder auf der Rennbühne zurück und ist immer ein Kandidat für den Sieg. Mickael Pascal (FRA - CK Racing) bewies schon mit seinem dritten Platz beim Serienauftakt in der Schweiz, dass mit ihm zu rechnen ist. Aber auch Florent Payet (FRA - SC-Intense) unterstrich mit dem siebten Platz bei der WM vor einer Woche seine Topform. Alles in allem stand also ein spannendes Rennen auf dem Programm.

Los ging es wie immer am Freitag, als Brendan Fairclough den GoPro Course Check machte und schon einmal die 300 Höhenmeter der 1,5 km langen Strecke kommentierte. Am Samstag stand dann der Seeding Run an, bei dem man üblicherweise schon einmal einen ersten Hinweis auf den Favoritenkreis bekommt. In der Elite Women Kategorie beendete Miriam Ruchti (SUI - SC-Intense) den Tag als Schnellste. Bester Elite Fahrer wurde Spagnolo, aber Sonntag ist der Tag der zählt.

Das Wetter war auch zum Finale wieder optimal, nichts erinnerte mehr an das Rennen des Vorjahres, als es am Sonntag am Start sogar leicht schneite. Als erstes gingen die Masters auf den Kurs. Die Podestverteilung sollte sich zum Vortag nicht ändern und somit setzte sich einmal mehr Wilfred van de Haterd (NED - YT Industries) durch und baute damit seine Führung in der Gesamtwertung weiter aus. Auf den zweiten Platz verdrängte er mit seinem soliden Lauf Henrik Karppinen (FIN - Pappa Betalar). Dritter wurde Marcel Waldmann (SUI - iXS Gravity Union).

Schon spannender ging es dann in der Klasse U17 zu. Bereits im Seeding Run setzten zwei britische Fahrer den Gesamtwertungsführenden Marcus Hansson (SWE - Hanssonbil.se) unter Druck, denn Sam Herd (GBR - Perth City Cycles) und Taylor Vernon (GBR - FOX Scott Bike IT) waren um einiges schneller. Am Sonntag waren die gefahrenen Zeiten nochmal schneller und Hansson verbesserte sich um fast fünf Sekunden. Aber die Bestzeit hatte zu diesem Zeitpunkt schon Miha Ivancic (SLO - ŠKTD Avče), allerdings ließ Herd nichts anbrennen und legte erneut souverän die schnellste Zeit hin. Hannson konnte allerdings mit dem dritten Platz seine Führung der Gesamtwertung problemlos verteidigen und steht bereits jetzt als Seriensieger fest. Für Ferdinand Brunold (GER - Mag41.com Racing Team), dem Zweitplatzierten der Serie, war das Wochenende eher eines zum Schnellvergessen. Nachdem er am Samstag nicht im Ziel ankam und somit auf wertvolle Punkte verzichten musste, kam es am Sonntag noch schlimmer. Als er am Start auftauchte, war seine Startzeit längst verstrichen und somit hatte er zum DNF des Seeding Runs auch noch ein DNS (did not start) im Finale.

Ähnlich durchwachsen war es bei den Elite Women. Nachdem am Samstag Floriane Pugin (FRA - Scott 11) im Training stürzte und deshalb im Seeding Run etwas Gas rausnahm, erging es dann am Sonntag Miriam Ruchti ähnlich, allerdings entschied sich die Schweizer Meisterin für einen Startverzicht. Am Ende erreichte Pugin mit einer Zeit von 2:48.075 min den ersten Platz, vor der Juniorin Tahnée Seagrave (GBR - FMD Racing) und Zarja Cernilogar (SLO - Crn trn GT). Damit wurde für das Finale in Todtnau eine Ausgangsposition geschaffen, die spannender nicht sein könnte: Pugin (132 Punkte) auf Platz eins, gefolgt von Ruchti (128), Cernilogar (126) und Emmeline Ragot (122/FRA - MS Mondraker).

Im Elite Men Rennen war es schwierig, sich auf wenige Namen für den möglichen Tagessieg zu einigen, denn auf einer zweieinhalb Minuten Strecke bedeutet der kleinste Fahrfehler schon das Aus. Die Bikeparkcrew hatte am Morgen noch einmal Hand angelegt, um einen perfekt geshapten Kurs zu präsentieren. Dieser hatte es wirklich in sich, am Anfang und Ende etwas tretintensiv, in der Mitte steil und mit Wurzeln und Felspassagen sehr technisch. Als erster wirklich ernstzunehmender Kandidat legte Joshua Button (AUS - SC-Intense) eine Zeit vor, die schon 3 Sekunden unter der Bestzeit des Vortages lag. Im Red Bull Hot Seat verfolgte er den weiteren Verlauf und einer nach dem anderen scheiterte schon an seiner überragenden Zwischenzeit. Der bis dahin Gesamtwertungsführende Johann Potgieter kam ihm bis auf knapp 2 Sekunden ziemlich nahe und platzierte sich vorerst auf dem zweiten Platz. Aber direkt danach kam Florent Payet und schob sich zwischen die beiden. Von allen nachfolgenden Fahrern war keiner in der Lage die Zwischenzeit von Button zu unterbieten. Erst Brendan Fairclough lag mit knapp 2 Zehntelsekunden ganz dicht dran. Im Ziel blieb die Zeitmessung für ihn dann bei 2:28.599 min stehen und damit war er 5 Hundertstelsekunden schneller als Button. Nur noch Spagnolo war auf dem Kurs und auch er war nur wenige Zehntel an der Zwischenzeit zurück, aber die Uhr lief und als er aus dem Wald kam und noch 50 Meter vor ihm lagen, war die Zeit abgelaufen. Mit einem dreckigen Ärmel und 5 Sekunden Rückstand reihte er sich als Zwölftplatzierter ein. Damit stand das Tagesergebnis fest: Fairclough gewinnt, Button wird Zweiter, gefolgt von Payet, Wallner und Potgieter. In der Gesamtwertung führt nun nach Abzug des Streichergebnisses Wallner mit 488 Punkten vor Potgieter (459) und Spagnolo (409). Rein rechnerisch ist auch Markus Pekoll (350/AUT - MS Mondraker) noch ein Kandidat für das Podest der Gesamtwertung, allerdings nur durch ein extrem schlechtes Ergebnis im Finale der drei vor ihm Platzierten.

Das letzte Rennen führt den iXS European Downhill Cup in zwei Wochen nach Todtnau in Deutschland. Alle weiteren Ergebnisse und Informationen finden sich auf ixsdownhillcup.com.

Gepostet am 10.09.2012 von Stephan Peters |

Ähnliche Artikel