iXS EDC 2014 #5 Spicak - Racereport

Seit einigen Jahren ist der iXS European Downhill Cup Stammgast im liebevoll angelegten Bikepark in Spicak. Der tschechische Ort liegt direkt an der deutschen Grenze und damit in der Mitte Europas und so ist es nicht verwunderlich, dass auch zu diesem Rennen wieder 250 Fahrer aus insgesamt 20 Nationen angereist sind. Die Serie besteht aus sieben Rennen, wobei für die Gesamtwertung nur fünf Ergebnisse herangezogen werden. Die Punktejagd für den Gesamttitel ist also schon weit fortgeschritten, aber noch lange nicht zu Ende. Die ersten vier Rennen hatten es diesmal wirklich in sich und wer jetzt schon weit oben im Ranking steht, der hat sich dies durch harte Arbeit wahrhaftig verdient. Nicht ganz so hart, dafür aber mit viel Spaß und nicht zu unterschätzender Konkurrenz verlief das vergangene Wochenende. Die Strecke im Böhmerwald ist mit 1750 Metern und 320 Höhenmetern nicht die längste, aber der wechselnde Untergrund aus Felsen, Steinen und Waldboden liefert einen hohen Anspruch. Im Vergleich zum Vorjahr wurde der Kurs nur an einigen wenigen Stellen modifiziert, präsentierte sich aber in einem gewohnt perfekten Zustand. Die Wetterbedingungen waren optimal, sommerliche Temperaturen und kein Niederschlag bedeuteten allerdings auch, dass der staubtrockene Untergrund nicht sonderlich viel Grip bot und das Fahren am Limit viel Feingefühl erforderte. Insbesondere die felsigen Partien mussten mit absoluter Präzision gefahren werden.

Im Seeding Run bewies einmal mehr Zarje Cernilogar (SLO - Blackthorn GT), dass an ihr kein Weg vorbei führen wird und dass sie die Verteidigung ihres 2013er Seriensiegs keinesfalls aus den Augen verloren hat. Mit einer Zeit von 3:28.843 Minuten deklassierte sie ihre härteste Konkurrentin Jana Bartova (CZE - Bikeplac Racing) mit knapp 6 Sekunden Rückstand. In der Elite Men Kategorie zeigte Johannes Fischbach (GER - RRP Ghost) schon einmal seine Ambitionen für den Sonntag. Sicherlich will er sich diesmal nicht schon wieder nur mit dem zweiten Platz zufrieden geben müssen, wie in den beiden Vorjahren. Mit 3:02.648 konnte er sich knapp den letzten Startplatz fürs Finale sichern, Ziga Pandur (SLO - Unior Tools Team) fuhr mit 1,6 Sekunden Rückstand die zweitbeste Zeit ein, dicht gefolgt von Noel Niederberger (SUI - Gstaad-Scott).

Am Sonntag, der im Übrigen seinem Namen alle Ehre machte, startete als erstes die Kategorie der Masters. Schnellster Fahrer der über 30-Jährigen war Rostislav Stencel(CZE - Bikeplac Racing Team), der damit seine Führung in der Gesamtwertung wohl uneinholbar ausbaute. Zweiter wurde mit nur vier Zehntelsekunden Rückstand Vlasimil Hyncica (CZE - Specialized CZ). Frank Hedwig (GER - Rad-Art) konnte mit einem erneuten dritten Podestplatz seine Zweite Position in der Serienwertung weiter festigen.

Die U17 Kategorie hat nun etwas an Spannung gewonnen, da der überaus dominante Nachwuchsfahrer Remy Morton (AUS - NS Dynamics) in seine Heimat zurückgekehrt ist und nun nicht weiter in die Wertung eingreifen kann. Nach Aussage seiner Eltern war die Teilnahme an den vergangenen drei iXS EDC Rennen die beste Erfahrung, die sie ihrem Sohn bieten konnten und schon jetzt steht eine Wiederkehr im nächsten Jahr fest auf dem Plan. Ein Blick auf die Gesamtwertung konnte schon den Hinweis auf einen wohl italienisch bestimmten Kampf um den Sieg geben. Andrea Bianciotto (ITA - Asd Sestriere Bike Club), der bis dato Zweitplatzierte nutzte seine Chance und sicherte sich mit dem Tagessieg auch die Führung im Gesamtklassement. Zweiter wurde sein Landsmann Lorenzo Sorrentino (ITA - Ancillotti Doganaccia) mit nur geringem Rückstand, dicht gefolgt von Vojtech Rousavy (CZE - Krabcycles Trek).

Das Duell in der Elite Women Klasse konnte nach Maribor ein weiteres Mal von Zarja Cernilogar für sich entschieden werden. Mit fast der gleichen Zeit wie im Seeding Run setzte sie sich mit etwas mehr als 4 Sekunden Vorsprung vor die Serienführende Jana Bartova und verringerte somit den Rückstand im Ranking auf nur noch sieben Punkte. Diana Marggraff (ECU) unterstich nach dem Sieg am letzten Wochenende in Bad Wildbad einmal mehr ihre Form mit dem hervorragenden dritten Platz.

Als einer der ersten Elite Men Fahrer ging aufgrund eines DNF-Ergebnisses vom Vortag Lutz Weber (SUI - Swiss Downhill Syndicate) auf den Kurs und legte direkt einen neuen Streckenrekord vor. Seine Zeit von 3:01.666 Minuten brachte ihm eine unendlich erscheinend lange Zeit im Red Bull Hot Seat ein, der seinen Namen aufgrund voller Sonneneinstrahlung diesmal zu Recht trug. Was seine Zeit wert war, zeigte sich in den Top Ten. Erst Robin Wallner (SWE - W-Racing Team), der Sieger des letztjährigen Stopps konnte die Zwischenzeit von Weber unterbieten, konnte aber in der Zweiten Hälfte nicht sauber bleiben und landete am Ende abgeschlagen auf einem Platzim Mittelfeld. Als nächstes unterbot Jure Zabjek (SLO - Unior Tools Team), er hingegen konnte den herausgefahrenen Vorsprung bis ins Ziel retten und setzte sich auf Platz eins. Selbst Nick Beer (SUI - Devinci Global Racing) musste sich hinter Weber einreihen, obwohl er für viele ganz oben auf der Favoritenliste stand. Danach kam der drittletzte Fahrer Noel Niederberger mit einer ziemlich guten Zwischenzeit. Dem jungen Schweizer gelang es sogar noch etwas zuzulegen, denn im Ziel angekommen, war es mit einer Zeit von 2:59.358 min der erste Rang. Anschließend waren es nur noch Ziga Pandur und Johannes Fischbach, die etwas am Ausgang ändern konnten. Beide mit leichtem Rückstand an der Zwischenzeit, jedoch musste dies noch nichts heißen. Pandur bekam noch etwas oben drauf, was ihn sich hinter Weber einreihen ließ. Also waren alle Augen auf Fischbach gerichtet, würde er es endlich auf diesem Kurs zu einem Sieg schaffen? Die Chancen standen gut. Als er über den Zielsprung ging schien alles offen, doch beim Überqueren der Ziellinie leuchtete auf der Anzeigetafel eine Plus Eins auf, also Rückstand. Damit stand das Ergebnis fest. Noel Niederberger gewann in seinem ersten Elite Jahr gleich einmal ein Rennen des Europacups. Sicherlich etwas Genugtuung, schließlich verlief der Weltcupstart in diesem Jahr nicht so ganz nach seinen Vorstellungen. Zweiter wurde mit nur knapp 5 Zehntelsekunden Rückstand der ebenfalls erst 17 Jährige Jure Zabjek. Johannes Fischbach musste sich diesmal mit dem dritten Platz zufrieden geben. Lutz Weber wurde am Ende Vierter, gefolgt von Ziga Pandur und Nick Beer.

Die Gesamtwertung führt weiterhin David Trummer (AUT - RRP Ghost) an, vor seinem Landsmann Manuel Gruber (AUT - Radon Factory Team). Richtig viel Boden konnte Nick Beer gutmachen, der nun auf dem dritten Platz rangiert.

Nun stehen nur noch zwei weitere Stopps aus. Im August geht es erneut nach Italien, diesmal in das altbekannte Pila. Anschließend fehlt nur nach das Finale und dafür gastiert die Serie dann im österreichischen Leogang, bei einem der ältesten Mitglieder des Cups.

Alle Ergbnisse und Zeiten findet ihr hier:

http://www.ixsdownhillcup.com/de/438,p285,212/Ergebnis-Finale-Spicak

Fotos: Thomas Dietze

Gepostet am 20.07.2014 von Sascha |

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