Hoch im Himalaja: Folge 2

Auf der Suche nach unberührter Bike-Erde gehen Andi Wittmann und Guido Tschugg auf Entdeckungstour durch den Himalaja. Die zweite Episode zeigt, wie die Fahrer mit der dünnen Luft auf über 4000 Metern zu kämpfen haben und wie sie schließlich unter extremen Bedingungen mitten im Nirgendwo noch nie befahrenes Gelände mit ihren Bikes erobern.

Der Schmerz dringt langsam zu mir durch. Ein dumpfer Hammer klopft von innen gegen meine Schläfen und weckt mich wieder auf. Also versuche ich natürlich, mich umzudrehen, um eine bequemere Schlafposition zu finden, aber nach einem 30-minütigen Kampf gebe ich auf. Meine Nase ist verstopft, die trockene Luft ist für meinen Hals eine Qual. Ich will nach Hause.

Doch ich will da weitermachen, wo ich letztes Mal aufgehört hatte. Aufmerksamen Lesern ist vielleicht aufgefallen, dass ich in der ersten Folge geschrieben hatte, dass wir 60 ziemlich intensive Stunden auf unserem Trip erlebt haben, und wirklich aufmerksamen Lesern mag aufgefallen sein, dass noch keine 60 Stunden seit der ersten Folge vergangen sind.

Also, nach dem ersten Tag, und ganz ehrlich nur einem Bier pro Kopf in Solang, bekamen wir etwa drei Stunden Schlaf, bevor wir um 3 Uhr Morgens in Richtung trockener grober Erde aufbrachen.

Der Rohtang Pass ist bekannt als eine der tödlichsten Straßen der Welt – auch wegen des Verkehrs, den wir unbedingt vermeiden wollten. Übrigens, Rohtang bedeutet leider „das Land der Toten“ – viel Glück.

Der Pass trennt außerdem die feuchten und grünen Bereiche des Himalayas von den trockenen Tälern in Höhenlagen. Deshalb sind wir hergekommen. Wir hielten uns ziemlich konstant oberhalb von 4.000 Metern auf, und nach weiteren 12 Stunden auf dem Bike über Straßen, die oft eher einer Einzelspur ähnelten, erreichten wir unser Lager in Sarchu, einer vom Militär kontrollierten Zone mitten im Nirgendwo, wie Cam McCaul einmal so treffend sagte.

Das Einschlafen war nicht leicht, obwohl wir nun endlich Zeit hatten, um nach unserem ersten Treffen vor 60 Stunden am Frankfurter Flughafen wirklich zu schlafen. Sich in diese Höhen zu begeben, ohne genug Zeit für die Akklimatisierung zu haben, ist hart. Den Morgen danach habe ich am Anfang beschrieben, und ich bin immer noch stolz, dass wir an dem Tag einige Bilder gemacht haben, die es sich lohnt, zu zeigen.

Viel Spaß bei Folge 2.


Gepostet am 25.10.2013 von Sascha |

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