Das erste Mal: Team Bulls powered by MTB Rider Magazine

Nach Monaten der Vorbereitung konnte es endlich losgehen. Die Teamfahrer Wyn Masters, Tommy Herrmann und Christian Textor waren genauso heiß auf den ersten Renneinsatz in Buzet wie Teammanager Jörn Hessen und die Magazin-Jungs Boris Beyer (a/k/a Teamfotograf) und Martin Donat (a/k/a Aushilfsmechaniker) . Aber lest selbst, wie jeder den Trip aus seiner ganz eigenen Sicht beschreibt.


Das Rennfieber ist zurück!

von Martin Donat

Vor einigen Jahren war ich schon mal in Kroatien. Vor allem erinnere ich mich daran, dass wir mit unserem voll beladenen Transporter an der Grenze mächtig Stress hatten, weil wir für keines der nagelneuen Test-Bikes einen Lieferschein dabeihatten. Mit den brandneuen Bulls-Prototypen sollte das nicht passieren: Jörn war gut vorbereitet und hatte alles fein säuberlich abgeheftet. Meine Mission? Irgendwie nicht so ganz klar. Ich hatte einfach Bock auf Racing. Wegen meiner Knieverletzung durfte ich nicht selber, aber zugucken und anfeuern ist immer drin. Außerdem hatte Dragan vom Orga-Team des Rennens in Buzet eine wirklich nette Einladung geschickt. Die Jungs da geben richtig Gas und haben sich einige Touri-Specials für uns „Journalisten“ überlegt. Beim Punkt „Brauereibesichtigung der Favorit-Brauerei in Buzet“ konnte ich gar nicht mehr nein sagen! Während die Jungs nun am ersten Tag einen Track Walk durchführten, fing ich schon mal an, im Fahrerlager alles vorzubereiten. Bikes ausräumen und durchchecken, Werkzeug einsatzbereit machen und so weiter. So langsam hatte ich den Eindruck: Es wäre wohl ganz praktisch, wenn ich einfach so etwas wie der Ersatzmechaniker wäre! Denn der offizielle Teamschrauber Alberto war kurzfristig entschuldigt und eigentlich hätten die Jungs selber schrauben müssen. Vor allem an Wyns Bike gab es noch eine Menge zu tun. Ich muss sagen: Das machte mir riesig Spaß! Zum einen, weil es eine sinnvolle Aufgabe war, zum anderen, weil ich für einen erfahrenen World-Cup-Fahrer schrauben konnte, der sich zudem noch darüber freute, dass ich scheinbar etwas Schraub- Erfahrung mitbrachte.

Eine Win-Wyn-, äh, win-Situation! Der angesagte Regen kam. Was für eine Matsche! Eine Rutschpartie für die Fahrer und viel Arbeit beim Saubermachen der Bikes. Wir waren alle platt und freuten uns auf das Hotel. Das war echt schwer in Ordnung: sehr gemütlich, richtig freundliches Personal und irgendwie so gar nicht, was wir vielleicht in einem kleinen Kuhdorf am Ende der Welt erwartet hätten. Überhaupt: In Buzet wirken alle extrem bemüht. Hier scheinen alle Bock zu haben, vor allem auch auf junge Touristen. Hier kann man Motorrad-Enduro fahren, ohne Stress zu bekommen, Paragliding betreiben oder mit dem Mountainbike auf den unzähligen Trails die Gegend unsicher machen. Der Race-Track ist permanent befahrbar, und obwohl das Ziel sich quasi mitten im Dorf befindet und man einigen Bewohnern beinahe durch den Garten fährt, fühlten wir uns überall willkommen.

Am Abend dann das Highlight für alle Nicht-Racer: Brauereibesichtigung! Meine erste! Das Ende vom Lied: Auch wenn es diesen Contest offiziell nicht gab, wurde mir Platz zwei des Best Partyer Award zugetragen. Und das auch nur, weil ich mich mit meinem kaputten Knie nicht zu der Schlamm-Catch-Performance des kroatischen Award-Gewinners gesellen konnte! Am nächsten Morgen dann das Rennen. Dank Brauerei ein Gefühl wie vor 15 Jahren, als ähnliche Gelage zum Rennenfahren dazugehörten. Unsere Jungs waren aber zum Glück seriöser unterwegs. Ich ging mit Jörn in den Zielbereich, um die Zieleinfahrt von Christian, Tommy und Wyn zu fotografieren und natürlich um live ihre Zeiten mitzubekommen. Und was soll ich sagen..? Wow! Alle drei unter den Top Ten, Wyn auf Platz zwei und das auch nur, weil er gestürzt ist. Wir fieberten richtig mit. Wenn man die ganze Vorarbeit mitbekommen hat und mit den Jungs zusammen alles vorbereitet und mit ihnen im Team-Truck zum Rennen gefahren ist, fühlt es sich beinahe an, als würde man selbst am Start stehen. Nach dem Rennen waren alle richtig happy. Mir fiel ein Stein vom Herzen, weil meine Schraubkünste offenbar gut waren: keine Defekte an Wyns Bike!

Nach einem anstrengenden Wochenende folgte eine noch viel anstrengendere Rückfahrt. Aber es hatte sich gelohnt: ein richtig guter und schwer motivierender erster gemeinsamer Team-Trip! So kann es weitergehen, ich freu mich auf die vor uns liegende Saison und war bestimmt nicht zum letzten Mal mit dabei!

Was die anderen in Kroatien erlebt haben, könnt ihr im aktuellen Mountainbike Rider Magazine nachlesen! Dort gibts natürlich auch die besten Fotos vom Race Wochenende. In der folgenden Gallery gibt´s schonmal einen kleinen Vorgeschmack;)



Fotos: Martin Donat

Gepostet am 17.06.2013 von Martin Donat |

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