Das Bulldog Interview / Brook Mcdonald

Brook „The Bulldog“ Mcdonald gehört zu den erfolgreichsten Young Guns im World Cup Zirkus, ist einer der lockersten und sympatischsten Typen die wir kennengelernt haben, hält den Rekord auf unserem „Wideopentesttrack“ und trägt seinen Spitznamen nicht zu unrecht - nach seinem Sieg in Val D´Isere blieb ihm dann nichts anderes mehr übrig als uns Rede und Antwort zu stehen.

Mrm: Hey Brook, danke das du dir Zeit für uns genommen hast und nochmal Glückwunsch zu deinem ersten World Cup Sieg in Val D´Isere!
Brook: Hey, für euch immer und vielen Dank.

Mrm: Du warst nach dem Sieg sprachlos und hast in den Interviews kaum ein Wort rausgebracht. Wie ist das Feeling jetzt – 3 Wochen nach dem Sieg?
Brook: Haha, das stimmt. Aber großartig geändert hat sich das gar nicht, ich hab es zwar mittlerweile realisiert was dort passiert ist, kann das Feeling aber immer noch nicht in Worte fassen. Es war so unglaublich, ich kam mit der Bestzeit ins Ziel und hatte nur noch 2 Fahrer hinter mir und keine 8 Minuten später stand fest, dass ich gewonnen habe. Dort oben auf dem Treppchen zu stehen und die Fans vor der Tribüne ausrasten zu sehen, war einmalig und werde ich wahrscheinlich nie vergessen. Hoffentlich muss ich nicht allzu lange warten, bis ich wieder da oben stehe. Wir hatten das Thema zwar schon ein paar mal, aber ich muss dir auf dem Weg noch mal sagen, dass du eine der geilsten Afterracepartys verpasst hast Boris. Haha.

Mrm: Du hast erst 2006 mit dem Downhillfahren angefangen, hast du damals nur ansatzweise damit gerechnet, dass du gerade mal 6 Jahre später deinen ersten World Cup gewinnen wirst?
Brook: Nein, ich hätte es mir damals nie träumen lassen! Ich habe aber versucht mir jedes Jahr neue und vor allen Dingen realistische Ziele zu setzen. Wie du ja weißt Boris, war der Sieg in Val D´isere für mich eine größere Überraschung als für euch. Ich wusste zwar, dass es irgendwann passieren wird, da meine Saison bis zu dem Zeitpunkt aber eher bescheiden war, hatte ich absolut nicht mehr damit gerechnet. That´s Racing. Yeah!

Mrm: Was ist verdammt noch mal dein Geheimnis? Wieso bist du so sau schnell? Du hast schon 3 Jahre nach deinem ersten Rennen die „Junior Worlds“ und weitere 3 Jahre später, deinen ersten World Cup gewonnen!
Brook: Haha. Da gibt es doch kein Geheimnis - ich gebe einfach immer alles und versuche so schnell zu fahren, wie nur möglich. Leider hat man in dieser Saison öfter mal gesehen, dass es nicht immer so funktioniert wie ich wollte und ich dementsprechend hart zu Boden gegangen bin, aber „hey“, so ist unser Sport halt! Von Jahr zu Jahr wird der World Cup immer schneller und wir müssen wirklich alles geben, um vorne mitzufahren und gewinnen zu können. Du wirst nie ein Rennen gewinnen, wenn du  nicht bereit bist alles zu geben!

Brooks heimliche Leidenschaft - er schneidet gerne Boris Haare! Haha

Mrm: Erzähl uns doch mal, wie du zum Downhillfahren gekommen bist und wer deine Rennkarriere in den darauf folgenden Jahren beeinflusst hat? Welche Rollen spielen dabei deine Buddies Sam Blenkinsop und Wyn Masters?
Brook: Okay. Angefangen hat alles mit einem Freund, den ich vom Rugby spielen kannte. Wir hatten uns ein paar Jahre aus den Augen verloren und als ich ihn wieder traf, hat er mir aufgeregt von seinem neuen Hobby, dem Downhillracing berichtet. So kam eins zum anderen und ich kaufte mir ein Specialized „Hardrock“ Hardtail, welches ich dann auch bis zum bitteren Ende gerockt habe. Mein erstes Rennen hab ich dann auf einem alten „Big Hit“ gewonnen. Meine Bros Sam und Wyn gehören einfach zu mir! Von Anfang an war Sam Blenkinsop mein Vorbild und ist es auch noch heute. Es müsste so 2006 gewesen sein, als ich Sam und Wyn das erste mal getroffen habe. Seitdem spielen die beiden eine große Rolle in meinem Leben und ich könnte mir das alles hier, ohne sie gar nicht vorstellen. Sam hat mir schon früh Tipps gegeben, mich ordentlich gepusht und mich dahin gebracht, wo ich heute bin. Mit Wyn bin ich schon durch die halbe Welt gereist und er ist ebenfalls einer meiner besten Freunde! Mit den beiden wird es einfach nie langweilig und jede Party rockt.

Mrm: Wie können wir uns die Szene bei dir zu Hause in Napier, Neuseeland vorstellen? Fährt dort jeder Rennen und träumt von einer Profikarriere oder ist es für viele nur ein Hobby?
Brook: Die Szene in Neuseeland ist in den letzten Jahren echt gewachsen und Mountainbiking wird immer beliebter. Die Szene in meinem Heimatort Napier ist zwar riesig, allerdings geht es da mehr um Trailriding und Cross Country und weniger um Downhill. Das liegt aber mehr an den Gegebenheiten und weniger an den Menschen selbst. Für die DH Fahrer aus Napier ist es normal mit dem Auto durch´s Land zu reisen. Obwohl es bei uns in Neuseeland etwas entspannter zu geht, haben die meisten Fahrer richtig Bock auf´s Racen und sind motiviert. Im Gegensatz zu der Szene in Europa, geht es bei uns aber nicht so sehr um stylische Klamotten und teure Bikes. Sowas ist für die meisten Jugendlichen in Neuseeland viel zu teuer! Es ist zwar geil ein gut funktionierendes Bike zu haben, aber man braucht keinen 400 Euro Helm und 10000 Euro Bike, um schnell zu fahren.

Mrm: Wo bist du deinen ersten World Cup gefahren und wie bist du zu deinem ersten richtigen Team gekommen?
Brook: Meinen ersten World Cup bin ich 2008 in Fort William gefahren und nach meinem guten Ergebnis bei der WM in Val di Sole (Anm. d. Red.: 5. Platz bei den Junioren) entstand der Kontakt zu Ancilotti. Sie haben mich einfach angerufen, mir ein Angebot gemacht und den Vertrag mit mir besprochen. Nach dem ich dann 2009 auf Ancelotti unterwegs war, kam 2010 auch schon der Wechsel zu „MS Racing“! An dieser Stelle ein dickes „Danke“ an Matt Whitaker, der mir bei allem sehr geholfen und mich ins Team geholt hat.

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Das ausführliche Interview war in der September Ausgabe!

Gepostet am 08.10.2012 von Boris |

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