Dakine Trailfox in Flims: Bike around the clock

Der neunte Trailfox in Flims bietet alles, was sich die Mountainbike-Gemeinde wünscht: attraktive Strecken, spannende Rennen, Party-Stimmung und Bergwetter vom Feinsten. Auch beim Sieger fängt man nichts Neues an: René Wildhaber ist auf den Flimser Trails erneut nicht zu schlagen. Siegerin wird die in Flims wohnhafte Anita Gehrig.

Gut gefedert und mit grossem Appetit auf abwechslungsreiche Abfahrten, rollt die Freeride-Familie in Flims ein. Es ist Trailfox: ein Wochenende, drei unterschiedliche Etappen, zu meistern auf einem einzigen Bike. Die magische Formel zieht fast 280 Bikerinnen und Biker an.

Nachtfieber
Der Night Trail versetzt die Freerider traditionell ins Friday Night Fever. Jeder Biker leuchtet sich selber den Weg hinunter ins Ziel. Einige gehen mit interessanten Eigenkonstruktionen an den Start, die Mehrheit setzt auf Leuchtkraft aus dem Regal. So schiesst Lichtspur um Lichtspur durch den Flimser Wald, ein paar Sekunden schneller als alle anderen: Trailfox-Seriensieger René Wildhaber. "Der tritt in die Pedale, wo andere bremsen", bringt ein Teilnehmer die Qualitäten des Flumserbergers auf den Punkt. Die Flimserinnen Anita Gehrig und Claudia Erni weisen die internationale Konkurrenz in die Schranken. Der letzte Jubel der Nacht gehört Kili Meili, Bike Shop-Besitzer aus Frauenfelder und Michael Kennedy, die den Night Trail auf dem Tandem-Mountainbike in Angriff nehmen und es tatsächlich um alle Ecken herum ins Ziel schaffen. Steuermann Meili erklärt: "Ich bin allein zu langsam, um vorne mitzufahren, also dachte ich mir, das könnte lustig werden. Und so ist es auch."

Sonnenuntergang
Der Sunset Trail fordert mit Northshore Trails - aus Holz gezimmerte Absprünge, Steilkurven und Brücken - Fingerspitzengefühl und Mut der Freerider heraus. Um die Hindernisse herum führt jeweils ein Umweg, "Chicken Line" genannt. Der ultimative Test ist das Road Gap, ein Sprung über einen Waldweg, rund drei Meter in die Tiefe und direkt in eine Steilkurve. Die Zahl der Fahrer, die den massiven Hüpfer wagt, wird jedes Jahr grösser. Dass überall Gefahren lauern beweist René Wildhaber, der kurz vor dem Ziel ein Gebüsch streift und so den Etappenzweiten Lukas Anrig bis auf eine Zehntelsekunde an sich heran lässt. Anita Gehrig ist die Schnellste, dieses Mal vor dem Trek Gravity Girl Steffi Marth. Die Publikumslieblinge sind aber erneut die beiden Tandemfahrer, die es sogar schaffen, einmal etwas Luft unter die Räder ihres Zweimeter-Gefährts zu bringen.

Kaum hat der Letzte die Ziellinie überquert, beginnen in der Eishalle die Bässe zu wummern. Die DJ-Crew Funkanomics macht den Trailfüchsen und dem lokalen Partyvolk Beine, bis die Schlussetappe nur noch Stunden entfernt ist.

Mittagshitze
2011 macht der High Noon Trail seinem Namen alle Ehre. Unter sengender Sonne und auf der härtesten Strecke fällt die Entscheidung. Sie führt über 5.8 Kilometer und 680 Höhenmeter von Punt Desch nach Flims. Mit mehreren flachen Passagen ist sie die ultimative Herausforderung an die Abfahrer. In Zwanzigergruppen jagen sie sich über steinige Alpwege, Steilkurven und hunderte Meter Northshore Trails. Mit Abstand schnellste Frau ist Alba Wunderlin aus Winterthur. Anita Gehrig wird Etappendritte und damit Gesamtsiegerin. "Mit dem schweren Downhillbike war ich auf den ersten zwei Etappen im Vorteil, aber heute musste ich leiden. Super, dass es aufgegangen ist. Trailfox rockt!" Hinter ihr klassieren sich Alba Wunderlin und Noemi Derron.
René Wildhaber, einer der erfolgreichsten Langstrecken-Downhiller überhaupt, gewinnt auch in der Mittagshitze. Sein junger Trainingskollege Armin Beeli aus Flims verliert nur sechs Sekunden. Doch wie knapp es auch wird, an René Wildhaber kommt am Trailfox niemand vorbei. Auf seinen Beinahe-Sturz in der zweiten Etappe anspielend meint er: "Man hat dieses Wochenende wieder gesehen, wie wenig es braucht, und schon ist man hinten. Aber für mich ist es super aufgegangen." Zweiter wird Lukas Anrig, Dritter Rudolf Biedermann.

Die wenigsten sind nach Flims gekommen, um Wildhaber zu schlagen. David Kretz aus Hinderlbank charakterisiert stellvertretend für die Mehrheit: "Trailfox ist ein easy Rennen, das Spass macht. Das Ambiente, das Campieren und das Wiedersehen mit vielen Fahrern machen das Rennen aus."

Für Stimmung sorgte auch die Public Fun Stage. Auf einem leichten Singlespeed Bike (Eingang-Velo) müssen die Fahrer einen Schlitten ziehen, beladen mit Holz, das einen Viertel des Fahrergewichts auf die Waage bringt. Marco Laubacher aus Riehen geht als Sieger aus den Sprint-Duellen hervor und steuert jetzt einen neuen Eingänger durch Basel.


Hier gehts zu den Damen Ergebnissen und hier findet ihr die Männer Ergebnisse!

Gepostet am 26.06.2011 von Martin Donat |

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