Bayerische Meisterschaft Frammersbach 2014

Die bayerische Meisterschaft in Frammersbach war das wohl wichtigste Downhill-Event des Wochenendes in Deutschland. Rund 180 Racer versammelten sich auf dem Sauerberg, um auf dem Racetrack ordentlich den Staub aufzuwirbeln, denn angenehme 18 Grad, Sonnenschein und leichter Wind begleiten das Renngeschehen. Die sehr gute, aber strenge Organisation des Teams und reichhaltige Verpflegung vor Ort trieb die allgemeine Laune der Fahrer und Zuschauer nach oben. Auch die Strecke bereitete Freude. Sie war abwechslungsreich und sprunglastig. Doch nicht nur Fahrkönnen, auch Kondtion war gefragt. Pedal for the win!

Manchmal reichen die äußeren Einflüsse nicht aus, um für jeden ein gutes Rennwochenende zu gestalten. Das musste ich am Wochenende selber feststellen und fasste auf der Rückfahrt nach Hause meine schwachen fahrerischen Leistungen auf der bayerischen Meisterschaft zusammen:

Sonntag um 16 Uhr: Gemischte Stimmung auf dem Weg nach Hause von der bayerischen Meisterschaft in Frammersbach. Ganz klar, mein Wochenende war es nicht. Ohne Trackwalk und mit mangender Motivation rollte ich am Samstagmorgen meinen ersten Trainingsrun den Berg hinab. An Sprüngen und weiten Chickenways mangelte es der Strecke jedenfalls nicht. In Sprunglaune war ich nicht und so musste ich die riesigen Umfahrungen in Kauf nehmen. Noch nie zuvor hatte ich auf einem Rennen solche großen Umfahrungen gesehen wie in Frammersbach. Nach zwei Pflichttrainingsläufen und allgemein schlechter Laune beendete ich mein Training. Das sollte mein schlechtestes Rennen der angebrochenen Saison werden.

Den Seeding Run rollte ich nicht viel stärker motiviert über einen Großteil der Chickenways hinunter, kam mit einer zu erwartenden schlechten Zeit ins Ziel und ärgerte mich trotzdem darüber. Meine Motivation kehrte erst am Abend wieder zurück. Ich wusste, dass alle Sprünge auf dieser Strecke für mich durchaus machbar waren und ich mir wieso auch immer unnötig Panik vor diesen schob. Also nahm ich mir vor mindestens die dicken Sprünge am Anfang zu springen. Sollte ich diese nicht machen und die Umfahrung nehmen, welche durchaus langsamer und unangenehmer war, würde ich noch vor dem Rennlauf nach Hause fahren.

Voll im Stress träumte ich davon zu spät zum Training zu kommen und so die Sprünge nicht springen zu können. Als es dann so weit war, war ich eine der ersten auf dem Starthügel und wartete darauf, dass die Strecke freigegeben wurde. Einmal anfahren und dann drüber ziehen lassen, so mein Plan. Gesagt, getan. Nach dem Anfahren schob ich hoch und sprach den nächsten, der zum Starthügel hinaufschob an, ob er mich drüber ziehen könne. (Danke dafür netter Unbekannter im lila Trikot ;) )Trampeln, ziehen und nochmals trampeln und ziehen. So flog ich auf meiner ersten halben Trainingsfahrt am heutigen Sonntag doch über das Road Gap und den Double. Auch die kleine Stufe im unteren Teil musste ich noch bezwingen, was ich im nächsten halben Trainingslauf endlich hinter mich brachte. Man, man, tat ich mich schwer. Ein weiterer kompletter Trainingslauf und dann war Schluss für heute. Mit insgesamt vier Trainingsläufen an diesem Wochenende habe ich wahrscheinlich meinen Rekord im wenigsten Trainingabsolvieren gebrochen, worauf ich nicht gerade stolz bin. Mein Rennlauf, für den ich heute im Training einiges an Überwindung aufgebracht habe, lief, wie sollte es auch anders kommen, ernüchternd. Die ganze Mühe mit den großen Sprüngen umsonst, als ich auf der Hälfte in einem sehr staubigen Stück den Boden näher kennen lernen musste. Runtergerollt, wenn auch langsam, bin ich dann doch noch. Gebracht hat es mir natürlich nichts. Mit wahrscheinlich der schlechtesten Zeit in der Frauenklasse, sitze ich nun im Auto auf der Rückfahrt nach Hause und freue mich seltsamer Weise schon tierisch auf das Rennen in Wuppertal am kommenden Wochenende. Dabei war ich gestern noch der Meinung, dass ich ein Urlaubswochenende ganz ohne Rennen bitter nötig hätte. Aber nix da, der Downhillrennen-Marathon geht weiter.

Wenn ihr erfahren wollt, wer sich nun bayerischer Meister nennen darf und mit welchen Zeiten es möglich war, die Strecke hinabzustürzen, besucht die Seite der Motorsportfreunde Frammersbach: http://msf-frammersbach.de/_downhill/ 

Fotos: Mandy Haupt

Gepostet am 23.06.2014 von Jamina |

Ähnliche Artikel