Barel verabschiedet sich vom World Cup

Einmal wollte Fabien Barel noch auf's Podium, bevor er den Downhill World Cup verlässt. Gesagt - getan! Zum Abschluss noch ein paar Worte vom ALtmeister.

Als ich mit Mountainbiken anfing, wollte ich unbedingt irgendwann einmal Weltmeister werden. Nachdem ich das College beendet hatte, nahm ich 2004 in Les gets an meinen ersten Rennen in der Elite Klasse teil. Was ich damals fühlte war einfach überwältigend und lehrte mich etwas, dass ich meine gesamte Karriere nicht vergaß: Es kommt nicht allein darauf an, was du tust, sondern mit wem du es teilst. Die Liebe und Unterstützung meiner Familie, Freunde, des Teams und der Mechaniker verlieh mir Flügel an diesem Tag.
Genau aus dem gleichen Grund hatte ich wieder einen Traum nach meinem schweren Sturz im letzten Jahr. Ich wollte noch einmal auf dem Podium zu stehen, den anderen Fahrern stolz die Hände schütteln und mich dann neuen Zielen widmen.

Meine Karriere unterscheidet sich wahrscheinlich nicht besonders von denen anderer Fahrer, doch der ganze Downhill World Cup war für mich eine Schule des Lebens. Ich habe viel über mich gelernt und wie ich meine mentalen Grenzen überwinde, ich habe gelernt andere Menschen besser einzuschätzen und wahre Freunde unter all den vielen Menschen zu finden. Der Mountainbikesport ist eine große Familie. Alle Teams kommen aus unterschiedlichen Nationen mit unterschiedlichen kulturellem und religiösem Background. Das zwingt uns, die Augen gegenüber neuen und unbekannten Dingen zu öffen. Ich bin fünf Jahre in Frankreich gefahren, zwei in den Staaten, eins in Spanien, zwei im United Kingdom, drei in Monte Carlo und vier Jahre habe ich mich selbst gemanaged. Niemand ist perfekt. Jeder von uns hat gute und schlechte Seiten. Es liegt an jedem selbst, für welche Seite er sich entscheidet.

Ich möchte allen Menschen danken, die diese unglaubliche Reise möglich gemacht haben. Ich habe jede Sekunden mit diesem Menschen genossen, auch in den schweren Zeiten.
Jetzt wird's für mich Zeit ein Stück weiter zu gehen. Ich werd dem Sport natürlich weiterhin treu bleiben und versuchen meine Erfahrungen weiterzugeben. Zunächst habe ich aber eine andere Aufgabe. Letzte Woche habe ich mir während des Trainings in Champery vier Rippen gebrochen, doch ich möchte noch ein einziges Mal die Freude empfinden, die man nur beim überqueren der Ziellinie hat.

Gepostet am 30.08.2011 von Steffi Bobsien |

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