21. Downhill am Inselberg - Tabarz

Ein Rennen, das man auf gar einen Fall verpassen durfte. Eines der ältesten deutschen Downhillrennen stand am Wochenende auf dem Programm. Zum 21. Mal wurde das Downhillrennen am Inselberg in Tabarz ausgetragen. 

Das Inselfeeling ließ leider auf sich warten. Nur hin und wieder kam die Sonne hindurch. Am Freitag blieb es noch recht trocken und uns erwartete eine staubige, schnelle Strecke. Ich hatte Schwierigkeiten mit meinem Fahrrad und mir und beließ es somit bei mehr oder weniger einem Trainingslauf. Über die Nacht kam der Regen hinzu und zum Seedingrung weichte die Strecke im Vergleich zum Vortag deutlich auf. 

Dadurch wurde die wurzelige Strecke nicht gerade einfacher und ich entschied mich für einen safen Lauf ohne Sprünge. Das wenige Training machte sich im Seedingrun deutlich bemerkbar. Ich verpasste fast den ersten Chickenway und quälte mich den sowieso hakeligen Weg noch hakeliger hinunter. Danach war ich planlos. Wurzeln, überall Wurzeln. Im Training hatte ich noch eine Linie, nun nicht mehr. So verpasste ich den zweiten Chickenway komplett und fuhr gerade auf den Sprung zu. Also Fahrrad zurückgerollt und wieder weiter. Noch schlimmer konnte es ja kaum werden, dachte ich. Doch es wurde schlimmer. Nachdem ich die Hälfte der Strecke hinunter gegurkt war, konnte ich endlich mal die Bremsen aufmachen. Juhu, das Glücksgefühl war schnell dahin als ich einen dicken Matschklumpen in mein linkes Auge bekam. Ich kam leicht ins Straucheln, da ich kaum noch etwas auf dem Auge sah. Zur Strafe bekam ich auch ins andere Auge Dreck, der zum Glück meine Sicht nicht behinderte. Ich fuhr im Sitzen mit einer Hand am Lenker und der anderen im Auge reibend weiter. Irgendwann hielt ich es kaum noch aus, ich musste anhalten. Also bremste ich ab und kam fast zum Stehen, als ich mich wieder umentschied. Mit einem Auge sollte ich doch wohl noch eine Minute Fahrt aushalten können. Ich betete, dass keine Wurzeln im Weg waren und ließ das Rad einfach laufen. Mal im sitzen mit einer Hand im Auge reibend, mal im Stehen. Großartig sehen konnte ich eh nichts, also brauchte ich auch nicht vor irgendwelchen Sachen zu bremsen. Als ich endlich aus dem Wald heraus war, pedalierte ich bis zum Schluss und stand nach ein paar Anfeuerungsrufen sogar noch einmal zum Treten auf. So und jetzt kommts, ich fuhr mit der besten Zeit ins Ziel. Wie geht das? Ich weiß es immer noch nicht! Na ja war mir dann auch egal, ich hatte erstmal andere Sorgen. Irgendwie meinem linken Auge die Sehkraft wieder zu verleihen.

Mit matschfreien Augen startete der Renntag recht motiviert. Annika war wahrscheinlich am motiviertesten von uns, wie man sieht.

Das Training blieb weiterhin matschig, doch die Sonne kam raus und ich machte mir Sorgen, dass die Strecke leicht abtrocknen würde. Pünktlich nach dem Training wurden meine Bitten erhöhrt und es fing an zu schütten. Suuupeeer, zum Glück! Ob mein Fahrrad so erfreut war wie ich, bezweifle ich.

Mein Plan, ein safer Run, mal wieder um alles herum. Dieses Mal die Wege finden und in den richtigen matschigen Stücken die Bremsen aufzulassen und dort Zeit gut zu machen. Uuuund seit langem war ich wieder auf Matrschreifen vorne unterwegs. So genau wusste ich vorher nicht, wie die Strecke aussehen würde, aber ich hatte das richtige Gefühl. Denn im mittleren Teil hatte sich tiefer, aber flüssiger Matsch gebildet. Am Tag zuvor war ich die erste Frau am Start und nun die letzte. Natürlich wollte ich gewinnen, wenn es nicht geklappt hätte, wäre es eben so gewesen. Denn fahrerisch war das Wochenende definitiv nicht erwähnenswert. Nur der Matsch, der rettete mich mal wieder. So konnte ich mir mit einem lockeren Lauf, mal mehr auf der Bremse, mal mehr am Fahren, mit über 17 Sekunden Vorsprung zu Lisa Kruse, die den zweiten Platz erlangte, den Sieg sichern.

Ein tolles Wochenende mit coolen Leuten und zum Glück einer Menge Regen ging nach der Siegerehrung für mich zu Ende. Ein Lob an die Streckenbauer, es war wieder eine tolle Strecke, die ich im Training auch hin und wieder genießen konnte, nur die Chickenways, die hätten ein weniger gnädiger ausfallen können. 

Ob alleine oder im Train, die Strecke war einfach GUUUT!!

Alle Ergebnisse gibt es unter folgendem Link: http://www.fichtenslalom.de/Downhill_am_Inselsberg/News/Eintrage/2014/8/24_Ergebnisse_Finallauf_2014.html

Ganz auf die Folter spannen möchte ich euch nicht, denn ratet mal wer gewonnen hat! Ja, Ja, Jaspeeeer Jaaauuch!!! Glückwunsch!!

Fotos: Jamina und Lukas Doose

Gepostet am 25.08.2014 von Jamina |

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