1. Deutsche Enduromeisterschaft

Ines Thoma und David Schatzki sowie Hardtail Fahrer Elias Neubert sind die ersten Deutschen Meister im MTB Enduro. Besonders umkämpft und spannend war das Herrenrennen. Knappe 10 Sekunden Vorsprung verhalfen David Schatzki zu seinem zweiten Mad East Enduro Sieg und damit auch zum Titel bei der international offenen Meisterschaft. Dabei war nach fünf von sechs Prüfungen noch ein anderer auf Titelkurs.

Bergamont Teamfahrer André Kleindienst war einer der Anwärter auf den Titel. Durch Ehrgeiz, Durchhaltevermögen und vielen Erfahrungen in CC wie Downhill schien dem auch nichts im Weg zu stehen, doch am Ende musste er sich den technischen Tücken geschlagen geben. Eine abgesprungene Kette kostete ihn Sekunden und damit den Titel.
Dabei sah zu Beginn alles so gut aus. Kleindienst fuhr das gesamte Rennen von vorn und ging fast immer als erster in die Wertungsprüfngen ein. Seine Erfahrungen aus XC-Rennen und Downhill hätte er nirgends besser einbringen können als bei diesem Enduro Rennen. Seine Leistungsstärke stellte er einen Tag zuvor beim Prolog des Marathon-Etappenrennens unter Beweis, indem er den Sieben-Km-Test ganz easy gewann.
Während Kleindienst in drei Prüfungen die beste Fahrzeit herausholte, gelang es Schneider und Schatzki nur einmal die Goldzeit zu erreichen. Doch in der letzten Wertungsgprüfung, ausgerechnet auf der High Speed Etappe, fiel Kleindienst die Kette von der Dreifach-Kurbelgarnitur und verwickelte sich um den Kurbelarm. Vermutlich kostete ihn das den Sieg, sicher ist jedoch das er in der letzten Prüfung 18 Sekunden auf Schatzki und 14 auf Schneider einbüßte.
Andererseits hatten seine beiden Kontrahenten ihrerseits auch nicht immer ihre beste Performance zeigen können. Frank Schneider, kürzlich bestand er seine lezte Technikerprüfung, erschien mit einem niegelnagelneuen Rad auf den letzten Drücker am Start. Der Dämpfer wurde erst an der Bobbahn mit Luft befüllt: „Auf den ersten beiden Prüfungen musste ich erstmal die Beläge einbremsen." Ein Bodenkontakt in der WP1 war da noch das kleinere Übel. Und auch Schatzki hatte mindestens zwei Stürze. „So richtig rund lief es anfangs nicht.“ Doch am Ende wurde Schatzki mit dem Sie belohnt.

Das Rennen an sich lief ähnlich ab wie im Vorjahr. Die Streckenführung orientierte sich am ersten Drittel der Marathonstrecke. Der Verkehrsverbund Oberelbe, ein langjährige Mad East Sponsor organisierte wieder einen perfekten Shuttelservice von Geising zur ersten Wertungsprüfungen, die etwas verwinkelter als gewohnt über 120 Höhenmeter neben der weltbekannten Betonrinne ins Tal führte.
Völlig neu gestaltet, länger, flacher, aber flowiger war die Prüfung zwei vom Bergrücken der Tellkoppe nach Kipsdorf. Dafür gab es viel Lob für die Baumeister.
Dann kam der längste aus eigener Kraft zu absolvierende Transfer. Rund 14 Kilometer über Berg und Tal, im Gelände, mit Schlamm, Wurzeln und Wiesen. Echtes Mountainbiking!
Mit kleinen Sprüngen wurden die zwei Prüfungen am Skihang in Hermsdorf versehen. Hier lief in diesem Jahr auch erstmals der Schlepplift.
Von Hermsdorf, dem entferntesten Punkt der Runde von insgesamt 30 Kilometer, gab es wieder einen Busshuttle zum Skihang Altenberg.
Keine großen technischen Schwierigkeiten, dafür ballern und Gas geben war auf dem letzten Stage angesagt. Fast traditionell ging es über einen letzten Steilhang und dann über einen Catwalk ähnlichen Steg mitten in die Eishalle.

Mit 109 Teilnehmern hielt das Wachstum der Enduroklasse im Rahmen der Mad East Challenge 500 wie erwartet an. Erstmals waren auch FahrerInnen aus Tschechien und Österreich am Start.

Überragend unterwegs war auch Ines Thoma vom Mountain Heros Team. Ihr großer Vorsprung von 1:40 min macht sie zur unangefochtenen ersten Deutschen Enduromeisterin. Ines war schon 9. der XC WM, 3. EM, gewann den Bundesliga Sprint in Heubach 2008, den Enduroride in Willingen 2010 und 2011, die 12h WM und und und. Ein echtes All Round Talent auf höchstem Niveau bereicherte das 3. Mad East Enduro.
Auf zwei landete mit Susann Oehring vom Team Fi:zik eine weitere „Bayerin“. Mit Gitty Nocker aus Innsbruck war das Damenpodium sogar international.

Der schnellste Hardtailfahrer wäre auf Rang 13 insgesamt gelandet. Elias Neubert, der im letzten Jahr noch zweiter der Hardtailwertung war, sicherte sich mit fünf von sechs möglichen Etappenbestzeiten den Klassensieg. Nur auf der zweiten Prüfung musste er Patrick Leicht, den späteren Gesamtzweiten, den Vortritt lassen.
Den dritten Platz sicherte sich wie im Vorjahr Junior Christian Ehrke.
Wie in den Jahren zuvor bewährte sich die Hardtail-Wertung. Zum einen, weil sie Gelegenheit bietet, für junge Talente oder Quereinsteiger ohne echtes Endurobike, einen fairen Wettkampf zu erleben. Zum anderen, weil sich immer auch scheinbare Exoten zu diesem Format hingezogen fühlen. Wie Martin Dinse, ein Mad East Enduro Wiederholungstäter. Er rollte in diesem Jahr auf 29 Zoll, mit Starrgabe und Single Speed und bewies sein Fahrkönnen, indem er deutlichen Abstand zu den letzten Plätzen hielt.

Am Ende sparten die Teilnehmer nicht mit Lob für die Organisation: Jörg Dittmann, eine Snowboardlegende des Erzgebirges, die schon zu DDR-Zeiten diesen Wintersport auf Selbstbaubrettern ausübte, Motorradendurofahrer und Surfer, brachte es auf den Punkt. „Bei so einem Event muss man einfach dabei sein.“ Es bleibt der Wunsch, weitere Veranstalter für dieses Format in Deutschland zu finden. Die InterDM soll übrigens auch 2012 wieder Teil der Mad East Challenge sein.

Gepostet am 07.07.2011 von Steffi Bobsien |

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