Ausgabe 12/20

Der Fahrradmarkt: TOTALER BOOM - oder doch VOLLAUSVERKAUF?

In der Corona-Krise hat Fahrrad fahren eine absolute Renaissance erlebt. Ist als einer der wenigen Industriezweige als Sieger aus die- ser Krise hervorgegangen, wenn man davon überhaupt in so schlimmen Zeiten sprechen kann. Wenn es Infektionen und sogar Pandemien gibt, geht es um Menschenleben, und da kann niemand gewinnen.

Die Fahrradbranche als Gewinner in der Pandemie, vermeintlich. War die Industrie auf diesen unerwarteten Boom vorbereitet? Natürlich nicht. Die Bikes werden zwei Jahre vorher in den Produktionsstätten Asiens voravisiert. China, einer der Hauptproduzenten, hatte einen kompletten Lockdown für mindestens sechs Wochen. Die Bikeläden waren zu, aber die Werkstätten hatten auf, und auch wenn niemand offiziell davon spricht, sind bestimmt auch neue Bikes aus der Werkstatt heraus verkauft worden. Sonst ist es nicht zu erklären, dass gefühlt jedes zweite Auto einen Fahrrad-Dach- oder Heckträger mit mindestens zwei bis drei neuen Bikes auf unseren Straßen rumkutschiert. Klar, Fahrrad fahren war nicht verboten, während alle anderen Sportstätten geschlossen waren. Jetzt im November hat unsere Regierung dasselbe Szenario für den gesamten Monat beschlossen. Sollten wir einen schönen und milden November bekommen, wird es rappelvoll auf den heimischen Trails. Das könnte problematisch werden, wenn sich die verschiedenen Gruppen in den Wäldern, Wanderer, Reiter und Biker, nicht respektvoll und umsichtig verhalten.

Und wie geht es weiter? Mittlerweile sind schon die Bikes, die für Frühjahr 2021 bestellt waren, vorgezogen und verkauft worden. Bikes hatten die Chance, ein Fortbewegungsmittel und Freizeitgerät für Jeden zu werden. Jetzt ist es wieder eine ganz elitäre Geschichte, einfach nur weil die Nachfrage größer als das Angebot ist.

Wir werden sehen, wie das weitergeht. Bleibt bitte, bitte gesund.

Euer Frank "Lippe" Weckert

Fotos: mrm

Gepostet am 16.11.2020 von MRM |

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