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Comer See
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Comer See

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Draussen ist es mal wieder saukalt und es regnet in Strömen. Egal, denk ich mir, in zwei Tagen bin ich am Comer See mit 15° C, Sonne und Cappuccino trinkend in einem gemütlichen Strandcafe. Nachdem ich bereits letztes Frühjahr mit meinem Freund Karsten die Trials am Lago Maggiore getestet hatte, planten wir nun noch weiter in die italienische Seenlandschaft einzutauchen. Wir, das sind Jörg Heydt (Last-Owner), Tobias Woggon (Trailtech), Tom Jedrzejas(MTB-Rider Profitester), Karsten Grobleben (Berg-Maniac), und ich, Stefan Westerveld (Ellsworth-Teamrider) und für die Reiseplanung verantwortlich. .

Als Domizil hatte ich uns ein altes italienisches Steinhaus ausgeguckt, welches unweit von einigen Trails auf ca. 1000m Höhe am Ostufer des Sees lag. Nachdem wir unser Quartier bezogen hatten, und vom ca. 70jährige Hausverwalter alle Funktionen des Hauses in seiner Heimatsprache erklärt bekamen, machten Tom und ich noch eine Erkundung der näheren Umgebung, bevor es dunkel wurde. Alle anderen sollten erst später ankommen.

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Dass es nachts etwas kälter werden sollte, war uns bereits bekannt. Zum Glück hatten wir ein Kamin im Haus und genügend getrocknetes Brennholz im Schuppen. Vor dem Kamin planten wir beim knisternden Feuer die nächsten Tage und gingen voller Vorfreude früh zu Bett.
Gegen sieben Uhr wachte ich auf und wunderte mich, wieso es eigentlich schon so furchtbar hell draussen ist. Ein Blick aus dem Fenster offenbarte mir den Grund: es zeigte sich mir eine tief verschneite, norditalienische Winterlandschaft, wie aus dem Winterferienkatalog und es schneite ohne Unterbrechung weiter dicke Flocken, die den vorhandenen halben Meter Neuschnee weiter wachsen liessen.

Dabei wollten wir doch dem deutschen schlechten Wetter entfliehen und bei strahlendem Sonnenschein auf epischen Trails gen See ins Tal surfen. Jetzt sah es eher nach Freeride-Snowboard und Goggle aus. Trotz Schock liessen wir uns die Stimmung aber nicht vermiesen und machten uns nach einem ausgiebigen Frühstück auf, um die Fahrbarkeit der „Viandantes“ abzuchecken. Kurz nach dem wir die ersten Spuren durch den frischen Schnee ziehen konnten, öffnete sich die Wolkendecke und es begann eine traumhafte Abfahrt zum 800hm tiefer gelegenem Lago di Como. Anfangs noch mit einem typischem Knarzen eines Winter-DH, zeigt sich der „74er“ als flowiger Spass-Trail mit einigen steilen verblockten Passagen, wechselt zwischendurch zu einem ausgesetzten Singletrail auf dem Bergrücken, um uns dann als steiniger Hohlweg die restlichen 100hm direkt zum Hafenstädtchen Varenna zu führen.
Absolut fantastisch. Und das direkt vor unserer Haustür. Wir geniessen noch einen Cappu am See, und machen uns dann auf den nicht enden wollenden Serpentinen wieder auf den Heimweg.

Am nächsten Tag weckt uns direkt die Sonne. Ich mache mich auf den Weg nach Bologna, um Karsten abzuholen, während die anderen zur Westseite des Sees mit der Fähre übersetzen, um den Bocca di Nava zu bezwingen. Doch davon später mehr.

Am nächsten Tag setzen wir mit der Fähre rüber nach Menaggio und parkten unser Auto ein Stück oberhalb des Sees. 1200Hm steiler Aufstieg mit 300 Hm Tragen zum Refugio Menaggio liegen noch vor uns. Zu unserem Erstaunen ist die Serpentinenstrasse den Berg rauf fast komplett asphaltiert, und wird erst kurz bevor wir die Räder schultern zu einer schroffen Schotterpiste. Das Refugio hat leider zu dieser Jahreszeit noch geschlossen, so dass wir uns mit selbst mitgebrachtem Käse, Salami und Schokoriegeln stärken. Eigentlich wollten wir noch Baguettes auf dem Weg einkaufen – aber es ist Nebensaison und da ist am Mittwoch rund um den Comer See alles geschlossen.

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