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Summer of Pump

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2000 Kilometer quer durch Deutschland, nur um ein paar Pumptracks zu checken? Ob dieser Plan aufgehen würde, daran hatte sicherlich so mancher Teilnehmer diese Spezial Mission seine Zweifel. Zahllose Tankstops, Autobahn-Vollsperrungen und Fastfood-Expressmahlzeiten später steht es fest: Dieser Pumptrip, ähm.... Roadtrip war eine der besten Ideen ever!

Wie alles begann...
Vor etwas mehr als einem Jahr hatte ich ehrlichgesagt noch nie etwas von Pumptracks gehört. Eines Tages dann wollte es der Zufall, dass ich “probepumpen” konnte. Nach wenigen Runden stand fest: ich brauche auch sowas! Aber wohin damit? Ich hab zwar einen Garten, aber der ist eher ein “Gärtchen”... Ein bisschen Googlen, ein bisschen Telefonieren und schon bald war klar: ein Pumptrack braucht nicht unbedingt viel Platz, wenn man ihn mit “Köpfchen” baut. Pumptrack Baumeister Joscha Forstreuther bot sich an, mir beim Planen und Bauen zu helfen und so stand ich wenige Monate nach der Geburt einer Schnapsidee mit Bagger, jeder Menge Homies, 20 Kubikmeter Boden, Schaufeln, Schubkarren und Spitzhacken bewaffnet inmitten meines bis zu diesem Tage langweilig “normal” wirkenden Gartens, ohne zu ahnen, welche Veränderungen dieser Tag bringen sollte...

Die Idee
Bei strömendem Regen wurde gebuddelt, die Nachbarn vermuteten die Entstehung eines mehrstufigen Bio-Klärwerkes. Nach diesem Wochenende war ich Hobbygärtner und verbrachte die Feierabenden mit Shapen, Planen, Testen. Zwischenzeitlich fiel mir auf, dass ich nicht der einzige bin, der sich so die Zeit vertreibt. Es gibt ne Menge “Pumper” und einer davon ist Leaf-Cycles Owner Frank Heinrich. Eines Tages hatten wir via Online die Idee: Wir machen ein langes Pumptrack Wochenende! Es sollte drei Stops geben: Franks Trails in Augsburg, Joscha Forstreuter und Carlo Dieckmanns Spielplatz in Berlin und zu guter letzt mein Garten in Wetter. Und ein gutes halbes Jahr später ging es endlich los...

Grillen auf Ruhrpott: Spartakus zeigt der verängstigten Crowd, dass man Kohle auch mit Bio-Ethanol fantastisch anzünd
Grillen auf Ruhrpott: Spartakus zeigt der verängstigten Crowd, dass man Kohle auch mit Bio-Ethanol fantastisch anzünd
Freestyle to Augsburg

Grundregel Nummer 1 für Trips, die cool werden sollen: der einzige Plan ist, dass es keinen Plan gibt! Und so sitzt die Reisegruppe Ruhrpott am Abreiseabend nachts um 2 Uhr immer noch auf meiner Terasse. Wir hatten solange gepumpt, gegrillt und gechillt, dass wir glatt die Zeit vergassen. Das Gute ist aber: da es keinen Plan gibt, fällt es auch nicht auf, dass wir erst am nächsten Tag losfahren. Und so machen wir uns nach sparsamen 3 Stunden Schlaf eben erst am Donnerstag in der Frühe auf nach Augsburg.
Dort angekommen folgen wir der Wegbeschreibung und schlagen uns durch ein dichtes Gebüsch. Plötzlich wird es etwas lichter und wir sind in einer anderen Welt. Die anderen sind schon vor Ort: Schanzensherrif Martin Hehl, die Locals Frank und Lenny Heinrich, Benni, Bernd, Max, Franky, die Berliner Joscha Forstreuther und Carlo Dieckmann sowie Ruhrpott Weltenbummler Manfred Stromberg aka “Pumpfred”. Inmitten des Tracks ist eine Chillarea, zusammengebaut aus allem, was man so in Gebüschen findet: eine Mischung aus Holz und Schrott, ein bisschen Ghetto aber sehr detailverliebt und charmant, mit einer Atmosphäre beinahe wie “früher”, als man zum Spielen und Hütte bauen im Gebüsch verschwand. Drumherum die beiden Pumptrack Hauptlines. Präzise erbaut aus sandigem Lehmboden, mit unzähligen Transfermöglichkeiten und einigen “Pro Sections” gepimpt: An Holzwallrides und Hipjumps können sich die Pump-Cracks austoben während für den Rest der Line gilt, was für alle Pumptracks zutrifft: jeder kann hier Spass haben, egal ob Pro oder Beginner!

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Je länger wir hier sind, desto mehr Leute kommen. Und das witzige ist: die meisten davon kenne ich! Teilweise schon richtig lange, aber hier ist das erste mal, dass wir zusammen radeln gehen: der alte DH Racer Mike Hörner oder Mario Koch. Oder der Fotograf Joel Andrade. Oder die Dirtjump Pros Andi Wittmann und Benny Korthaus, die man sonst eher von fetten Events oder aus New World Disorder kennt. An Tag 1 steht schon fest: Pumptrack fahren verbindet alle Arten des Radfahrens. Word.
Es ist unfassbar heiss und wir schwitzen, wie die Schweine. Ein Kanal in der Nähe bietet eine wilkommene Abkühlung. Genau, wie der nahegelegene Supermarkt. Ruhrpott-Pumper Boris nutzt seine Freestyle Erfahrung, indem er Nachmittags ein paar Sixpacks im Kühlfach neben den Erbsen und Blumenkohl versteckt um sie dann Abends, kurz vor Feierabend und schön kalt abzuholen. Pünktlich zur Grillsession, die natürlich nicht fehlen darf. Und endlich können die Jungs auch mal was von uns lernen: Spartakus demonstriert eindrucksvoll, wie man Kohle auch mit Bio-Ethanol zum Glühen bringt. Während die einen die Würstchen brutzeln, vertreiben sich die anderen noch ihre Zeit auf den direkt neben dem Pumptrack gelegenen Trails, die nochmal ein Universum für sich sind: fette Sprünge, verschiedenste Lines auf unterschiedlichen Ebenen, alle untereinander verbunden und verschachtelt - der Hammer!

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Als es dunkel wird sind alle fertig. Wir eröffnen, dass wir zu Fünft im Auto pennen und spätestens jetzt steht unser neuer Reisegruppen-Nickname fest: wir sind Team Freestyle. Dirtrider Filmer Jan pennt im Kofferraum, Henning, Spartakus und ich in der Mitte und Boris nächtigt auf Fahrer- und Beifahrersitz. Entspannend ist anders und so brechen wir am nächsten morgen eher semi-ausgeschlafen in Richtung Berlin auf.
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