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Frank Schneider vom Nicolai Racing Team hat ganz klare Vorstellungen:
„Das Allerwichtigste ist die Durchschlagsicherheit, denn nichts ist ärgerlicher als ein Plattfuss im entscheidenden Moment.“ Damit einher geht das Gewicht des Reifens. Mit stabiler Downhill-Karkasse wiegt solch ein Reifen locker um die 1,2 Kilo. Wer hier am Gewicht sparen will, geht immer einen Kompromiss ein und sollte wissen, was er tut. Ähnlich wichtig wie die Pannensicherheit ist die Grundstabilität der Karkasse. André Wagenknecht, deutscher DH-Meister 2008: „Die Karkasse muss stabil genug sein, um der hohen Belastung standzuhalten, die in Kurven auf sie wirkt. Ist sie das
nicht, knickt der Reifen ab und man rutscht weg.“ Eine grosse Rolle spielen natürlich auch das Profil und die verwendete Gummimischung, die ja den direkten Kontakt zum Untergrund darstellen. Das Profil entscheidet, wie gut der Reifen auf trockenem, festem oder weichem Boden oder im tiefen Matsch hält. Ausserdem ist es dafür verantwortlich, wie gut die Selbstreinigung des Reifens ist, wie gut er rollt und wie schnell er sich abnutzt. Es kommt also darauf an, wie der Boden einer Strecke so aussieht.
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Was muss ein Dirt-Reifen können?
Etwas andere Auswahlkriterien legen Dirt-Fahrer ihrer Reifenwahl zugrunde, wie Dirt-Rider Pierre Grawitter erklärt. „Zuerst mal sollte der Reifen schön leicht sein, denn gerade beim Tricksen merkt man jedes Gramm mehr am Laufrad. Ich würde deshalb am Dirt-Bike immer leichte Faltreifen fahren. Dennoch muss der Reifen auch ausreichend stabil sein. Er sollte relativ stramm auf der Felge sitzen, damit er nicht bei jedem schräg gelandeten 360er von der Felge springt. Ausserdem muss der Reifen ziemlich hohe Luftdrücke von vier bis fünf Bar abkönnen. Und dann ist da noch das Profil:
Es sollte schön rund sein und gut rollen. Wenn der Reifen zu sehr bremst, kann das der entscheidende Schwung sein, der zum Sprung fehlt.“ Aber auch im Dirt-Einsatz gibt es Unterschiede. Wie gross sind die Sprünge, wie lang die Abstände dazwischen? Haben die Dirts viele Kurven, wie fest ist der Boden? Lauter Fragen, die sich jeder selbst beantworten muss.
Der Test
Zuerst einmal haben wir alle Reifen gewogen; die Gewichtsangaben,
die ihr hier findet, stammen also nicht von den Herstellern. Dann haben
wir alle Reifen dieses Tests ausführlich ausprobiert: auf verschiedenen
Strecken und bei unterschiedlichem Wetter. Immer wieder haben wir die Reifen gewechselt, um sie direkt miteinander vergleichen zu können. Dabei herausgekommen sind jede Menge Erkenntnisse über teilweise durchaus starke Unterschiede der verschiedenen Gummis. Besonders spannend war unser Rollwiderstandstest. Dafür haben wir eine gerade, leicht abfallende Strecke mit festem Boden abgesteckt und sind diese mit jedem Reifen mehrere Male abgerollt, ohne vorher Schwung zu holen, immer mit demselben Luftdruck und auf demselben Bike. Dabei haben wir die Zeit gestoppt, die es dauerte, um vom Start bis zum Ziel zu rollen, und am Ende einen Mittelwert ermittelt. Dabei sind krasse Unterschiede herausgekommen: Der schnellste Downhill-Reifen rollte im Schnitt in etwa 40 Sekunden über die Testdistanz. Der langsamste Reifen brauchte sage und schreibe fast 18 Sekunden länger! Alle Ergebnisse zu den einzelnen Reifen findet ihr in den folgenden Testberichten.
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